---
title: "16.000 Geiseln: Das Büro des ukrainischen Ombudsmanns enthüllt das Ausmaß der Inhaftierung von Zivilisten in der RF"
description: "Das Büro des ukrainischen Ombudsmanns hat ein massives Problem aufgedeckt: In Haft auf dem Gebiet der RF und in besetzten Zonen könnten bis zu 16.000 Zivilisten festgehalten werden. Offiziell bestätigt sind lediglich 1.878 Geiseln, das IKRK bestätigt nur 892. Ombudsmann Dmitri Lubynets nannte die wichtigsten Hindernisse für ihre Rückkehr. 🚨🇺🇦"
date: 2026-06-27T11:09:11.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/16000-geiseln-das-buero-des-ukrainischen-ombudsmanns-enthuellt-das-ausmass-der-inhaftierung-von-zivilisten-in-der-rf
tags: []
publisher: "XAB.info"
---

# 16.000 Geiseln: Das Büro des ukrainischen Ombudsmanns enthüllt das Ausmaß der Inhaftierung von Zivilisten in der RF

![Ukrainische Ombudsfrau Lilia Hrynevych im Anzug, diskutiert die Entführung von 16.000 Zivilisten in Russland](https://xab.info/media/2026/06/27/16000-zalozhnikov-ofis-ombudsmana-ukrainy-raskryl-masshtab-uderezhaniya-grazhdanskih-lits-v-rf/16000-zalozhnikov-ofis-ombudsmana-ukrainy-raskryl-masshtab-uderezhaniya-grazhdanskih-lits-v-rf-1.webp)

Im Rahmen des nationalen Telethons gab Dmitri Lubynets, der Bevollmächtigte der Werchowna Rada der Ukraine für Menschenrechte, schockierende Statistiken zur Schicksal von Zivilisten bekannt, die sich in Haftanstalten auf dem Gebiet der Russischen Föderation und in vorübergehend besetzten Gebieten befinden. Die vom Ombudsmann vorgelegten Daten werfen Licht auf die gewaltige Diskrepanz zwischen offiziellen Zahlen und der tatsächlichen Lage.

### Die Diskrepanz zwischen Fakten und offiziellen Listen

Laut den neuesten Daten konnten die staatlichen Strukturen der Ukraine die Inhaftierung von 1.878 Zivilisten dokumentarisch bestätigen. Wenn man sich jedoch auf das einheitliche Register der unter besonderen Umständen vermissten Personen stützt, beläuft sich die Gesamtzahl der potenziell festgehaltenen Zivilisten auf etwa 16.000 Personen. Das bedeutet, dass nach Einschätzung Kiews mehr als 14.000 Menschen in einer Risikozone sind, deren Status jedoch noch nicht rechtlich festgelegt werden kann.

Die Situation wird durch die Schwierigkeiten bei der Arbeit internationaler Überwachungsmissionen verschärft. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das über ein Mandat zur Überprüfung der Haftbedingungen verfügt, konnte die Identität und den Status von lediglich 892 zivilen Geiseln offiziell bestätigen. Diese Zahl entspricht weniger als der Hälfte des von der ukrainischen Seite verifizierten Umfangs.

### Wie werden Daten über Geiseln gesammelt?

Da internationale Organisationen auf Barrieren stoßen, liegt die Sammlung und Bestätigung von Informationen über das Schicksal der übrigen festgehaltenen Personen in der Verantwortung der ukrainischen Nachrichtendienste. Eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spielen der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU), das Hauptamt für Aufklärung (HUR) des Verteidigungsministeriums und der Auslandsnachrichtendienst (SWR).

Eine wichtige Informationsquelle stellen die prozessualen Befragungen von Soldaten dar, die im Rahmen von Austauschverfahren zurückgekehrt sind. Ehemalige Kriegsgefangene geben Informationen über Zivilisten weiter, die sie in Strafvollzugsanstalten der RF gesehen haben. Genau diese Daten ermöglichen es der ukrainischen Seite, die Liste der bestätigten Geiseln zu erweitern, trotz des fehlenden Zugangs für internationale Beobachter.

### Rechtliche Sackgasse und Völkerrecht

Das Haupthindernis für die Rückkehr von Zivilisten ist das Fehlen von Mechanismen im internationalen humanitären Recht für einen direkten, äquivalenten Austausch von Zivilisten gegen Kombattanten. Während der Austausch von Kriegsgefangenen nach der Formel „160 gegen 160“ (stattgefunden am 26. Juni 2026) zur Norm wurde, wird das Schicksal der Zivilbevölkerung durch andere Normen geregelt.

Die geltenden Genfer Konventionen von 1949 verbieten die Geiselnahme und Internierung der Zivilbevölkerung streng. Insbesondere Artikel 3 der Vierten Genfer Konvention besagt, dass Personen, die nicht an den Feindseligkeiten teilnehmen, human behandelt werden müssen. Jegliche Beschimpfungen, Verurteilungen ohne ordnungsgemäßes Gerichtsverfahren und Geiselnahmen sind zu jeder Zeit und an jedem Ort verboten.

### Position der Parteien und das Problem der Verifizierung

Die Rechtspraxis auf dem Gebiet der RF sieht häufig eine prozessuale Registrierung festgehaltener Zivilisten nach Straftatbeständen vor. Vorwürfe des „Spionages“ oder der „Bekämpfung der speziellen Militäroperation“ werden genutzt, um ihren rechtlichen Status zu ändern, was die Möglichkeiten für eine vorzeitige Freilassung einschränkt.

Die russische Seite erklärt offiziell, dass sie die grundlegenden humanitären Normen einhält. Vertreter der zuständigen Behörden der RF betonen, dass Überprüfungs- und Filtermaßnahmen ausschließlich durch Erwägungen der nationalen Sicherheit motiviert sind und darauf abzielen, Personen zu identifizieren, die an Sabotageaktivitäten beteiligt sind.

Gleichzeitig bleiben die von internationalen Menschenrechtsinstitutionen gestellten Anfragen zur Vorlage durchgehender Listen der Haftorte für Zivilisten derzeit in der Phase der zwischenbehördlichen Abstimmung. Solange dieser Prozess nicht abgeschlossen ist, bleibt die Frage nach dem Schicksal Tausender Zivilisten offen.