Die Nacht zum 3. Juni wurde für die Ukraine zu einer Zeit intensiver Luftbedrohung. Die russischen Streitkräfte unternahmen einen großangelegten Angriff und setzten eine beispiellose Anzahl von Kampfdrohnen ein. Laut Angaben der Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte, die von RBC-Ukraine veröffentlicht wurden, feuerte der Gegner 198 Drohnen aus verschiedenen Richtungen auf das Territorium des Landes ab.

Massiver Angriff von verschiedenen Fronten

Der Angriff wurde von tiefem russischem Territorium und von besetzten Gebieten aus organisiert. Die Drohnen starteten aus den Richtungen Brjansk, Kursk, Orel, Millerowo, Primorsko-Achtarsk sowie vom Territorium des vorübergehend besetzten Krim (Siedlung Gwardijskoje). Im Arsenal des Gegners kamen Kamikaze-Drohnen der Typen „Schahed“, „Gerbera“, „Italmas“ sowie Imitationsdrohnen des Typs „Parodia“ zum Einsatz, die dazu bestimmt waren, die Luftabwehrsysteme zu überlasten.

Effektivität der ukrainischen Luftabwehr

Die Verteidigung des Landes wurde von der Luftwaffe, den Flugabwehrraketentruppen, den Einheiten der elektronischen Kampfführung (RÉB) und mobilen Feuergruppen getragen. Nach vorläufigen Daten gelang es den ukrainischen Kräften bis 08:00 Uhr, die überwältigende Mehrheit der Luftziele abzuschießen oder zu unterdrücken – 189 von 198 abgefeuerten Drohnen.

Dennoch konnten trotz der hohen Abschussquote die Folgen nicht vollständig vermieden werden. Es wurden Einschläge von 8 Kampfdrohnen an 7 verschiedenen Orten registriert. Zudem fiel an 7 Standorten Trümmerschutt von abgeschossenen Maschinen. Die Luftstreitkräfte warnten, dass der Angriff noch nicht vollständig beendet ist und sich weiterhin feindliche Ziele im Luftraum befinden, und riefen die Zivilbevölkerung auf, die Sicherheitsvorschriften einzuhalten.

Kontext der Eskalation

Der nächtliche Angriff am 3. Juni war die Fortsetzung einer Serie von Schlägen, die am Vortag begonnen hatten. In der Nacht zum 2. Juni führte Russland einen kombinierten Schlag durch, bei dem ballistische, Marschflugkörper und Hyperschallraketen in Kombination mit Drohnen eingesetzt wurden. Die Besatzer feuerten damals etwa 70 Raketen und fast 700 Drohnen ab. Ein erheblicher Teil der Ziele wurde abgeschossen, aber Dutzende ballistische Raketen erreichten dennoch ihre Ziele.

Die Folgen des Angriffs vom 2. Juni erwiesen sich als schwerwiegend für die Hauptstadt: Ein Teil Kiews blieb ohne Stromversorgung, die Routen des öffentlichen Nahverkehrs wurden aufgrund von Schäden an der Oberleitung geändert. Infolge der Beschussungen wurden Wohnhäuser und Objekte der zivilen Infrastruktur beschädigt. In Kiew kamen 7 Menschen ums Leben, weitere fast 90 wurden verletzt. Am Morgen desselben Tages griff die russische Armee ein Schlüsselobjekt von „Naftogaz“ in der Oblast Charkiw an, wobei zunächst Drohnen und anschließend ein Raketenangriff eingesetzt wurden.