Die Europäische Union bereitet sich auf die Einführung eines neuen, 21. Sanktionspakets gegen Russland vor. Laut Quellen könnte das Dokument bereits nächste Woche vereinbart werden. Der Hauptfokus der Beschränkungen liegt auf dem Energiesektor und der Infrastruktur, die den Export russischer Kohlenwasserstoffe ermöglicht.
Harte Maßnahmen gegen Ölkonzerne
Im Mittelpunkt der neuen Beschränkungen stehen die größten russischen Ölgesellschaften. Insbesondere könnten „Lukoil' und „Rosneft' betroffen sein. Es wird erwartet, dass die Maßnahmen gegen diese Konzerne deutlich härter ausfallen als bisher: Es geht um eine vollständige Einfrierung von Vermögenswerten auf dem Territorium der EU-Mitgliedstaaten.
Das Problem der „Schattenflotte' und maritimer Dienstleistungen
Die europäischen Regulierungsbehörden planen, die Liste der Schiffe zu erweitern, die zur sogenannten russischen „Schattenflotte' gehören. Der Block beabsichtigt, die Bekämpfung der Bereitstellung verschiedener Dienstleistungen für diese Schiffe zu verschärfen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Versicherung liegt. Allerdings wird laut Informationen des Magazins Politico ein vollständiges Verbot maritimer Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Transport russischen Öls nicht in das Paket aufgenommen werden.
Preisobergrenze und neue Ziele
In dem Dokument soll ein Höchstpreis für russisches Öl festgelegt werden. Trotz des Anstiegs der Weltmarktpreise aufgrund der Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten wird die Obergrenze höchstwahrscheinlich auf dem aktuellen Niveau von 44,10 US-Dollar pro Barrel bleiben.
Getrennt davon diskutieren die europäischen Führer die Möglichkeit, persönliche Sanktionen gegen den Patriarchen der Russisch-Orthodoxen Kirche, Kirill, einzuführen. Bisher hatte Ungarn unter der Regierung von Viktor Orbán diesen Schritt blockiert, doch die Position Budapests könnte sich nun ändern.
Kontext: Wie sich der Druck entwickelte
Erinnerung: Am 23. April hat die EU das 20. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet, das das umfangreichste der letzten zwei Jahre war. Damals betrafen die Beschränkungen die Energiebranche, den militärisch-industriellen Komplex und den Finanzsektor. Insbesondere wurden 58 Unternehmen, die an der Herstellung von Drohnen und Waffen beteiligt sind, auf die Sanktionsliste gesetzt.
Im Rahmen des 20. Pakets wurde erstmals ein Instrument zur Bekämpfung der Umgehung von Sanktionen angewendet: Der Export von CNC-Maschinen und Radios nach Kirgisistan wurde verboten, da die Gefahr eines Reexports nach Russland bestand. Zudem wurden Maßnahmen gegen Beamte und Organisationen eingeführt, die an der Deportation ukrainischer Kinder beteiligt sind.