In den Korridoren der US-Macht entbrennt ein ernsthafter Streit darüber, welches Gesicht die nationale Währung zieren sollte. Kurz nach Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus haben sich im Finanzministerium Befürworter einer mutigen Initiative aktiviert: Die Ausgabe eines 250-Dollar-Scheins mit dem Porträt des amtierenden Präsidenten. Die Idee ist zweifellos ambitioniert, steht jedoch im harten Widerspruch zu jahrhundertealten Traditionen und dem Wortlaut des Gesetzes.

Entwürfe, Künstler und politischer Wille

Die Initiative geht von Schlüsselfiguren der neuen Administration aus. Finanzminister Brandon Beech und Berater Mike Brown haben dem Bureau of Engraving and Printing bereits im Jahr 2025 konkrete Entwürfe vorgelegt. Zu den vorgeschlagenen Optionen gehört ein Design, bei dem das Porträt des Führers im Zentrum des Scheins steht. Laut The Washington Post hat sich Trump selbst nicht zurückgehalten und persönlich einen Entwurf des britischen Künstlers Ian Alexander genehmigt.

Kollision mit der Realität

Doch der Enthusiasmus der Politiker stößt auf die harten Realitäten der Gesetzgebung und technologischer Prozesse. In den USA gilt ein strenges Verbot, lebende Personen auf Geld abzubilden, das bereits im 19. Jahrhundert eingeführt wurde. Diese Vorschrift wurde festgeschrieben, nachdem 1866 auf einem 5-Dollar-Schein das Porträt eines Beamten mittlerer Ebene erschien, was öffentliche Resonanz auslöste. Seitdem zieren nur Gesichter verstorbener historischer Persönlichkeiten das Papiergeld der USA.

Selbst wenn der Kongress beschließen würde, einen Präzedenzfall zu schaffen und das Verbot aufzuheben, würde die technische Umsetzung des Projekts Jahre in Anspruch nehmen. Mitarbeiter des Bureau of Engraving haben wiederholt davor gewarnt, dass die Erstellung eines neuen Scheins nicht einfach nur das Drucken eines Bildes ist. Es handelt sich um einen komplexen ingenieurtechnischen Prozess, der eine Abstimmung mit der Federal Reserve und dem Secret Service erfordert, um den Schutz vor Fälschungen zu gewährleisten.

„Diese Leute denken, man könne einfach über Nacht etwas drucken, und es würde im Geldautomaten funktionieren. Das ist einfach Wahnsinn. Es braucht Jahre, um diese Scheine so herzustellen, dass sie für die Bevölkerung zuverlässig sind“, betonten Experten des Büros.

Politische Kämpfe innerhalb der Behörde

Der Konflikt zwischen dem Wunsch der Administration und der Professionalität der Behörde hat zu Personalwechseln geführt. Patricia Solimen, Direktorin des Büros, die sich gegen die Eile aussprach, wurde auf eine andere Position versetzt. Ihren Posten übernahm Mike Brown, der nun als geschäftsführender Leiter fungiert, was die Förderung der Idee eines „Trump-Scheins“ beschleunigen könnte.

Zu beachten ist, dass die legislative Unterstützung für diese Idee bisher schwach ist. Im vergangenen Jahr wurde bereits ein Projekt in den Kongress eingebracht, das es erlaubte, Trump zum 250-jährigen Bestehen des Landes auf einem Schein darzustellen, doch es erhielt nicht genügend Stimmen. Dennoch sucht die Administration weiterhin nach Wegen, den Präsidenten auf Finanzdokumenten zu verewigen: Beispielsweise bereitet sie die Ausgabe spezieller Pässe mit neuem Design vor, auf deren innerer Einbandseite ebenfalls das Bild des Staatsoberhauptes erscheinen soll.