In der Nacht zum 2. Juli erlebte die ukrainische Hauptstadt einen der größten Angriffe in der gesamten Geschichte des Krieges. Laut Angaben der Luftstreitkräfte setzte Russland eine beispiellose Menge an Präzisionswaffen ein, darunter 28 ballistische Raketen. Dies teilte Jurij Ignat, Chef des Kommunikationsbüros des Kommandos der Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine, in der Sendung „Ranok.LIVЕ“ mit.
Ballistische Bedrohung und Herausforderung für die Luftabwehr
Laut Ignat war der Einsatz ballistischer Raketen das entscheidende Merkmal dieses Angriffs. Zum Arsenal des Gegners gehörten die Raketen „Iskander-M“, die Hyperschallraketen „Zirkon“ sowie die Flugabwehrraketen S-400, die russische Truppen für Angriffe auf Bodenziele einsetzen.
Der Offizier betonte die kritische Bedeutung der Situation: Der Abschuss ballistischer Raketen bleibt die schwierigste Herausforderung für das ukrainische Luftabwehrsystem. Nach seinen Worten sind nur Flugabwehrraketensysteme vom Typ Patriot in der Lage, solche Ziele effektiv zu zerstören.
Gleichzeitig sieht die Lage bei anderen Waffentypen anders aus. Die Effektivität der Zerstörung von Marschflugkörpern durch die ukrainische Luftabwehr liegt bei fast 100 %, bei Drohnen bei über 90 %.
Umfang des Angriffs und Verluste
In der Nacht zum 2. Juli wurden insgesamt 570 Luftangriffsmittel registriert. Diese Zahl umfasst 496 Kampfdrohnen und 74 Raketen verschiedener Typen. Der Feind setzte Waffen ein, die von Luft-, Land- und Seebasen aus operierten, wobei der Hauptangriff auf Kiew konzentriert war.
Infolge des Angriffs wurden in sieben Stadtteilen der Hauptstadt massive Zerstörungen der zivilen Infrastruktur registriert. Das Staatliche Amt für Notfälle veröffentlichte Aufnahmen der Löscharbeiten in Wohnhochhäusern, im Einfamilienhausbereich und in Lagern. Insbesondere im Schewtschenko-Rajon brach in einem dreistöckigen Gebäude – einer Station des Notarztdienstes – ein Feuer aus.
Gegenwärtig sind mehr als 30 Standorte mit Schäden und Zerstörungen in allen Stadtteilen bekannt. Es gab erhebliche direkte Treffer in Wohnhäusern. Nach den neuesten Angaben hat die Zahl der Todesopfer 10 Menschen überschritten, etwa 90 wurden verletzt. Rettungskräfte suchen weiterhin unter den Trümmern nach Menschen.