In der Ukraine gewinnt die öffentliche Debatte über die Zukunft der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK MP) an Dynamik. Aktuelle soziologische Daten zeigen, dass die Mehrheit der Bürger des Landes zu radikalen Maßnahmen gegen die religiöse Struktur neigt, die Verbindungen zu Russland aufrechterhält.
Umfragergebnisse: Die öffentliche Meinung gegen Verbindungen zur ROK
Die soziologische Gruppe Rating Group hat die Ergebnisse einer umfassenden Studie vorgestellt, die Einblicke in die Einstellung der Bevölkerung zur Kirchenfrage gibt. Wie Alexei Antipowitsch, Mitbegründer und CEO des Unternehmens, mitteilte, unterstützen 57 % der befragten Ukrainer die Idee eines vollständigen Verbots der Tätigkeit der UOK MP. Das Hauptargument ist das Vorhandensein von Verbindungen dieser Struktur zur Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK).
Innerhalb der UOK MP-Gemeinde selbst sind die Stimmungen jedoch anders. Laut denselben Daten sind 47 % der Kirchenvertreter mit der Idee eines Verbots ihrer Organisation nicht einverstanden. Diese Diskrepanz zeigt eine tiefe Kluft zwischen der Position der Gläubigen, die sich mit dem Moskauer Patriarchat identifizieren, und der Position der breiten ukrainischen Gesellschaft.
Sanktionen gegen den Oberhaupt: Fast 70 % „dafür“
Noch härtere Stimmungen sind in Bezug auf den persönlichen Status des Kirchenoberhaupts zu beobachten. Die Umfrage ergab, dass fast 70 % der Ukrainer die Einführung von Sanktionen gegen den Oberhaupt der UOK MP, Metropolit Onufrij, unterstützen.
Gleichzeitig bleibt die Unterstützung seiner Position innerhalb der Kirche beträchtlich: Etwa 30 % der Vertreter der UOK MP sprechen sich gegen die Einführung von Sanktionen gegen ihren Metropoliten aus.
Rechtlicher Kontext: Affiliation und Gerichte
Der Anstieg der öffentlichen Unterstützung für ein Verbot erfolgt vor dem Hintergrund offizieller staatlicher Maßnahmen. Im vergangenen Jahr stellte der Staatliche Dienst der Ukraine für ethnopolitische Fragen und Gewissensfreiheit (GESS) fest, dass die Kiewer Metropolie der UOK MP Anzeichen einer Affiliation mit der ROK aufweist. Trotz öffentlicher Erklärungen zur Unabhängigkeit wurden die tatsächlichen Verbindungen bestätigt.
Angesichts des Verbots der Tätigkeit der ROK in der Ukraine hat GESS eine Klage auf Einstellung der Tätigkeit der Kiewer Metropolie eingereicht. Dies war Teil der systematischen Arbeit zur Unterbrechung der Verbindungen zu russischen religiösen Strukturen.
Staatsbürgerschaft von Metropolit Onufrij: Dokumente und Fakten
Die Situation rund um die Person von Metropolit Onufrij entwickelte sich 2025 mit großer Resonanz. Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) teilte offiziell mit, dass ihm die ukrainische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Grundlage dafür war das Vorhandensein eines Passes der Russischen Föderation bei dem religiösen Führer.
Laut den Strafverfolgungsbehörden wurde das Dokument bereits 2002 erhalten. Das Medium RBK-Ukraine hat bereits ein Foto des russischen Passes des Metropoliten veröffentlicht, was die Informationen der Geheimdienste über die doppelte Staatsbürgerschaft oder das Vorhandensein eines russischen Passes bei dem Kirchenoberhaupt, das auf dem Territorium der Ukraine tätig ist, bestätigt.