In den Streitkräften der Ukraine wurde ein strenger Mechanismus zur Qualitätskontrolle der Ausbildung des Personals eingeführt. Nach den Ergebnissen der Kontrollen im Mai haben acht militärische Einheiten das Recht verloren, Rekruten eigenständig auszubilden. Dies erklärte der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Alexander Syrsky, und betonte, dass es in Fragen der Einsatzbereitschaft „keine Unantastbaren gibt“.
Umfassende Prüfung und Managemententscheidungen
Im Mai dieses Jahres überprüften Inspektoren 72 militärische Einheiten, die zuvor die Erlaubnis hatten, die Grundausbildung für alle Waffengattungen (BOWP) auf eigenen Basen durchzuführen. Die Ergebnisse des Audits dienten als Grundlage für eine Reihe strenger Managemententscheidungen.
Syrsky bestätigte, dass acht Einheiten den Status eigenständiger Ausbildungszentren verloren haben. Dem Kommando dieser Einheiten sowie einer Reihe weiterer Brigaden und Regimenter wurde die Aufgabe gestellt, ihre Möglichkeiten zu überdenken und die Bedingungen sowie den Inhalt der Ausbildung von Rekruten grundlegend zu verbessern.
Der menschliche Faktor als Schlüsselelement
Der Oberbefehlshaber betonte, dass der menschliche Faktor der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt. Nach seinen Worten hängt die Qualität der Ausbildung direkt von der Einstellung der Kommandeure gegenüber ihren Untergebenen ab.
„Dort, wo Kommandeure sich um ihre Untergebenen kümmern, die Lebensbedingungen verbessern, die Ausbildungsinfrastruktur entwickeln, wo Ausbilder die Rekruten begleiten und eine ständige Rückmeldung gewährleisten, ist die Ausbildungsqualität höher und es gibt weniger Fälle von eigenmächtigem Verlassen der Einheiten“, betonte Alexander Syrsky.
Der General unterstrich, dass sich die Armee auf einheitliche hohe Standards zubewegt und Abweichungen davon nicht toleriert werden.
Psychologische Unterstützung und Reformen
Neben der physischen und taktischen Ausbildung plant die Armee, das Niveau der psychologischen Betreuung zu erhöhen. Es werden zusätzliche Maßnahmen zur Prävention der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) eingeführt.
Diese Schritte passen in den Kontext der umfassenden Reform der Streitkräfte der Ukraine, die der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuvor angekündigt hatte. Laut dem Staatsoberhaupt könnte ab 2026 für bestimmte Kategorien von Militärangehörigen ein Mechanismus der Demobilisierung eingeführt werden.
Modernisierung des Offizierskorps
Parallel zur Überprüfung der bestehenden Einheiten läuft die Modernisierung des Systems zur Ausbildung zukünftiger Offiziere. Derzeit findet in Ukraine die Zulassungskampagne für Hochschulen der militärischen Bildung statt. Offiziere der Reserve werden nach aktualisierten Programmen ausgebildet, die den modernen Realitäten der Kriegsführung entsprechen sollen.