In der Ukraine wurde ein neuer nationaler Rekord im Bereich des Kinderbergwanderns verzeichnet. Die neunjährige Kiewerin Jewelina Sarkisjan ist damit das jüngste Kind im Land, das alle sechs Gipfel der Ukrainischen Karpaten mit einer Höhe von über 2 000 Metern bestiegen hat. Dies teilte Lana Wetrowa, Leiterin des Nationalen Rekordregisters der Ukraine, mit, nachdem sie die entsprechende Bestätigung in den sozialen Medien auf Facebook veröffentlicht hatte. Damit ging die junge Sportlerin in die Geschichte des heimischen Bergsteigens ein und übertraf die bisherigen Leistungen in der Kinderkategorie.

Sechs Gipfel, die ein Kind erklommen hat

Zu den von Jewelina erklommenen Gipfeln gehören alle sechs Zweitausender der Ukrainischen Karpaten: Hoverla (2 061 m), Brebeneskul (2 035 m), Pop-Iwan Tschernohorskyj (2 028 m), Petros (2 020 m), Hutyn Tomnatyk (2 016 m) und Rebra (2 001 m). Jeder dieser Gipfel stellt eine eigenständige Route mit eigenen Schwierigkeiten, Geländebedingungen und Wetterlagen dar. Für ein Kind, das erst neun Jahre alt ist, bedeutet die nacheinander erfolgende Besteigung aller sechs Gipfel nicht nur ein sportliches Ergebnis, sondern ein mehrmonatiges Programm aus Vorbereitung, Logistik und körperlicher Belastung, das die Familie schrittweise von einem Gipfel zum nächsten umgesetzt hat.

Wie der Rekord bestätigt wurde

Die offizielle Bestätigung des Rekords erfolgte nach dem Standardverfahren des Nationalen Rekordregisters der Ukraine. Die Organisatoren prüften die GPS-Tracks aller Besteigungen, die über die Dienste Strava und Wikiloc aufgezeichnet wurden. Zusätzlich wurden als Beweismaterial Fotos, Videoaufnahmen und andere Wanderunterlagen vorgelegt, die den Aufenthalt Jewelinas auf jedem der Gipfel belegen. Gerade die Kombination aus digitalen und visuellen Daten ermöglichte es Lana Wetrowa und ihrem Team, die Leistung offiziell im Register zu verzeichnen.

Die erste Tour: drei Gipfel an einem Tag

Besonders anspruchsvoll war für die junge Reisende ihre erste Tour innerhalb dieser Serie. An einem einzigen Tag erklomm Jewelina gleich drei Gipfel – Rebra, Brebeneskul und Hutyn Tomnatyk. Ein solches „Kombinationsformat“ verlangt vom Teilnehmer nicht nur eine gute körperliche Verfassung, sondern auch die Fähigkeit, sich schnell an wechselnde Routen, Höhenunterschiede und Wetterbedingungen anzupassen. Für ein Kind, das zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt war, wurde dies zu einer ernsthaften Bewährungsprobe; laut Angaben der Familie kam das Mädchen jedoch sicher und ohne Ermüdungserscheinungen durch, die weitere Besteigungen gefährdet hätten.

Nächstes Ziel – der Mont Blanc

Bei dem Erreichten will Jewelina nicht stehen bleiben. Der nächste große Traum der jungen Rekordhalterin ist die Besteigung des Mont Blanc – des höchsten Gipfels der Alpen (4 808 m), der an der Grenze zwischen Frankreich und Italien liegt. Der Übergang von den karpatischen Zweitausendern zu alpinen Gipfeln bedeutet ein qualitativ anderes Schwierigkeitsniveau: Höhenbedingungen, Gletscherrouten, die Notwendigkeit der Arbeit mit Seilmaterial und in der Regel mehrtägige Expeditionen. Die Familie betont dennoch, dass das Ziel im selben schrittweisen Modus umgesetzt werden soll – mit Vorbereitung, Akklimatisation und Begleitung durch erfahrene Instruktoren.

Der Blick des Vaters: vom „fast unmöglichen“ zum schrittweisen Plan

Jewelinas Vater, Samwel Sarkisjan, erzählte, dass die ursprüngliche Idee, alle sechs Zweitausender gemeinsam mit dem Kind zu erklimmen, fast unmöglich schien. „Wir haben uns nicht sofort ein großes Ziel gesetzt, sondern schrittweise vorangebracht – von einem Gipfel zum nächsten“, so seine Worte. Dieser Ansatz ermöglichte es, Überlastung zu vermeiden und die Serie der Besteigungen zu einer nachhaltigen Gewohnheit statt zu einem einmaligen Stressereignis zu machen. Die Geschichte der neunjährigen Kiewerin zeigt, dass die Liebe zu den Bergen schon im frühen Kindesalter entstehen kann und dass große Reisende dank Vorbereitung, Ausdauer und Unterstützung der Erwachsenen Realität werden.