Über der Ostsee hat sich ein neuer Zwischenfall ereignet, der im polnischen Kommando Besorgnis auslöste. Ein russischer Aufklärungsbomber vom Typ Il-20 wurde von Jagdflugzeugen der polnischen Luftwaffe abgefangen, weil er die Flugregeln verletzte. Der Vorfall ereignete sich am Vormittag in einem Gebiet etwa 60 Kilometer nordwestlich der Stadt Łeba.

Flug in die „blinde Zone“

Laut einer Erklärung des polnischen Verteidigungsministers Władysław Kosiniak-Kamysz führte das russische Flugzeug einen Flug ohne genehmigten Flugplan und mit ausgeschaltetem Transponder durch. Diese Ausrüstung ist für die Flugsicherheit von entscheidender Bedeutung: Sie übermittelt automatisch den Bodenlotsen und anderen Luftfahrzeugen Daten zu Koordinaten, Höhe und Geschwindigkeit des Flugzeugs. Das Fehlen eines Transpondersignals macht das Luftfahrzeug für Kontrollsysteme faktisch „unsichtbar“, was eine direkte Kollisionsgefahr schafft.

Zur Identifizierung und Begleitung des Verletzers wurde ein Bereitschaftspaar polnischer Jagdflugzeuge in die Luft geschickt. Ein offizieller Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte, dass der polnische Luftraum nicht verletzt wurde, die Aktionen des russischen Flugzeugs im internationalen Luftraum jedoch als provokativ eingestuft wurden.

Eine Serie von Zwischenfällen: Eskalation in der Ostsee

Dieser Fall ist kein Einzelfall. Im vergangenen Monat bleibt die Lage in der Ostsee angespannt, und die Aktivität russischer Militärflugzeuge in der Region hat merklich zugenommen:

  • 31. Juli: Ein russischer Aufklärungsflugzeug vom Typ Il-20 führte erneut einen Flug über der Ostsee ohne Flugplan und Transponder durch.
  • 15. Juli: Zwei russische Kampfflugzeuge vom Typ Su-30SM2 näherten sich dem Übungsgebiet der polnischen Luftverteidigung.
  • 14. Juli: Eine weitere Il-20 näherte sich den Grenzen des polnischen Luftraums, was ebenfalls den Einsatz von Jagdflugzeugen zum Abfangen erforderte.

Polnische Militärexperten stellen fest, dass Russland seine Taktik in der Region offensichtlich geändert hat. Die Aktivität von Aufklärungsflugzeugen und Kampfflugzeugen dient der detaillierten Überwachung von NATO-Übungen und der Vorbereitung auf mögliche Provokationen. Warschau erklärt, dass die Streitkräfte des Landes in ständiger Alarmbereitschaft sind und alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Staatsgrenzen ergreifen werden.