Die Frage der rechtlichen Regulierung und Unterstützung von Gebieten in unmittelbarer Nähe zur Kontaktlinie stand im Mittelpunkt des Forums „Wiederaufbau der Ukraine: Europäische Integration und institutionelle Reformen'. Die Vorsitzende des Ausschusses des Verchovna Rada für die Organisation der Staatsgewalt und der lokalen Selbstverwaltung, Jelena Schuljak, erklärte, dass das Parlament vom Kabinett die sofortige Bildung einer ressortübergreifenden Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung entsprechender Gesetze erwartet.
Die Initiative zur Bildung einer solchen Gruppe wurde bereits Mitte Juni auf einer Sitzung unter dem Vorsitz des Chefs des Präsidentenamtes, Kyrylo Budanow, angekündigt. Laut der Abgeordneten wurde die Anweisung des Ministerpräsidenten jedoch bis heute nicht umgesetzt.
„Der ukrainische Sicherheitsgürtel“
Laut Schuljak gelten derzeit 10 Oblaste als Frontgebiete, in denen sich 240 Gemeinden befinden. Die Abgeordnete betonte, dass diese Gebiete faktisch einen „ukrainischen Sicherheitsgürtel' bilden, jedoch fehlen im geltenden Gesetz klare Definitionen der Begriffe „Frontgebiete' und „Wiederaufbau'.
„In unserem Gesetz ist bisher weder definiert, was Wiederaufbau ist, noch was Frontgebiete sind, noch welche Präferenzen es für sie gibt', betonte Schuljak.
Ziel der Arbeit der künftigen Gruppe wird die Entwicklung eines separaten Rechtsregimes für diese Gemeinden sein. Der neue Status könnte spezifische Mechanismen staatlicher Unterstützung, wirtschaftliche Anreize für Unternehmen, Besonderheiten bei der städtebaulichen Erneuerung und zusätzliche Sicherheitsgarantien für die Bevölkerung umfassen.
Drei Schlüsselbereiche aus Sicht der Wirtschaft
Der parlamentarische Ausschuss für Fragen der lokalen Selbstverwaltung hat bereits begonnen, Vorschläge von Unternehmern darüber zu sammeln, wie das zukünftige Gesetz aussehen sollte. Laut Schuljak sieht die Wirtschaft die Entwicklung der Frontgebiete durch drei Hauptaspekte:
- Sicherheit: Schaffung von Bedingungen, die Risiken für Leben und Eigentum minimieren.
- Soziale Fragen: Unterstützung der Bevölkerung, die in der Risikozone arbeitet und lebt.
- Wirtschafts- und Investitionsblock: Insbesondere die Frage der steuerlichen Vergünstigungen zur Anziehung von Investitionen.
Bereits im Mai kündigte die Regierung die Vorbereitung eines umfassenden Unterstützungspakets für die Frontgebiete an. Darin sollten steuerliche und kreditliche Vergünstigungen, Entschädigungen für betroffene Unternehmen, erhöhte Zuschüsse für Unternehmer und zusätzliche Anreize für Investoren enthalten sein. Später bestätigte die Ministerin für Gemeinde- und Gebietsentwicklung, Olga Swyrydenko, dass gemeinsam mit Kyrylo Budanow die Möglichkeit einer Erweiterung der finanziellen Unterstützung solcher Gemeinden und die Vorbereitung neuer Lösungen für ihre Entwicklung diskutiert wurde.