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title: "Abschaffung von Zöllen auf 80 % der armenischen Exporte: Die EU öffnet die Türen für Eriwan vor dem Hintergrund eines Handelskonflikts mit Russland"
description: "Die EU-Kommission hat Pläne zur Abschaffung der Zölle auf 80 % der armenischen Exporte angekündigt. 🇪🇺🇦🇲 Die von Ursula von der Leyen in Eriwan vorgestellte Initiative zielt auf eine Diversifizierung des Handels vor dem Hintergrund von Beschränkungen durch Russland ab. 📉📈"
date: 2026-07-02T16:07:08.000Z
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# Abschaffung von Zöllen auf 80 % der armenischen Exporte: Die EU öffnet die Türen für Eriwan vor dem Hintergrund eines Handelskonflikts mit Russland

![EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und armenischer Ministerpräsident Nikol Pashinyan schütteln sich die Hände vor dem Hintergrund des Emblems der Republik Armenien, was die Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Armenien symbolisiert.](https://xab.info/media/2026/07/02/es-otmena-poshlin-na-80-armyanskogo-eksporta/es-otmena-poshlin-na-80-armyanskogo-eksporta-1.webp)

In Eriwan wurde eine weitreichende Verschiebung in der Wirtschaftspolitik der Europäischen Union angekündigt. Am 2. Juli 2026 kündigte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, während eines gemeinsamen Briefings mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan die Vorbereitung eines Rechtsrahmens an, der einen präferenziellen Handelsstatus für die Republik vorsieht. Das Kernelement dieser Initiative wird die Befreiung von Einfuhrzöllen für bis zu 80 % der armenischen Exporte sein, die auf den europäischen Markt gerichtet sind.

### Wirtschaftsstrategie: Von Zöllen zu Investitionen

Die ausgearbeitete Verordnung zielt auf eine systematische Senkung der tarifären Barrieren für Schlüsselbereiche der armenischen Wirtschaft ab. Laut den Vorschlägen der EU-Kommission wird die Liberalisierung in erster Linie den Agrar- und Lebensmittelkomplex sowie Hersteller von Fertigprodukten betreffen. Die konkreten Parameter des präferenziellen Regimes sehen wie folgt aus:

    - **Landwirtschaft:** Vollständige Abschaffung der Einfuhrzölle auf frisches Obst, Gemüse, lebende Pflanzen und Blumen.

    - **Lebensmittelindustrie:** Zollfreier Import von mehr als 90 % des Sortiments alkoholischer und alkoholfreier Getränke armenischer Herkunft.

    - **Finanzielle Unterstützung:** Brüssel plant, Eriwan eine gezielte makrofinanzielle Hilfe in Höhe von 52 bis 80 Millionen Euro zu gewähren. Diese Mittel sind für die Modernisierung der Logistikinfrastruktur und die Angleichung der Qualitätsstandards armenischer Waren an die Normen des EU-Binnenmarktes vorgesehen.

Zur Umsetzung des Programms wird eine ständige Überwachungsgruppe europäischer Experten in die Republik entsandt. Ihre Aufgabe besteht darin, bei der Zertifizierung lokaler Unternehmen gemäß den technischen Vorschriften der Europäischen Union zu unterstützen. Wichtig ist zu beachten, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen institutionellen Charakter haben und die Zustimmung aller EU-Mitgliedstaaten sowie die Ratifizierung durch das Europäische Parlament erfordern.

### Kontext: Handelsbarrieren und Geopolitik

Die Intensivierung des wirtschaftlichen Dialogs zwischen Eriwan und Brüssel fiel mit einer Verschärfung der Situation im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) zusammen. Im Mai und Juni 2026 führte die Föderale Dienststelle für Veterinär- und Phytosanitäraufsicht Russlands (Rosselchoznadzor) schrittweise vorübergehende sanitäre Beschränkungen für ein breites Spektrum armenischer Waren ein. Unter das Verbot fielen Blumen, Mineralwasser, Gemüseprodukte, und der Fischimport wurde mit der Begründung, dass er den Sicherheitsstandards nicht entspricht, vollständig ausgesetzt.

Ursula von der Leyen charakterisierte die Maßnahmen der russischen Seite als eine Form des wirtschaftlichen Drucks. Ihrer Meinung nach wird die Öffnung des europäischen Marktes mit 450 Millionen Verbrauchern Armenien ermöglichen, die Anfälligkeit für externe regulatorische Risiken zu verringern. Ministerpräsident Nikol Paschinjan, dessen Partei „Bürgervertrag“ nach den Wahlen vom 7. Juni 2026 die Mehrheit behielt, erklärte, dass die Frage der Umorientierung der Agrarexporte in die EU auf politischer Ebene gelöst sei.

### Logistische Herausforderungen und rechtliche Grundlagen

Trotz optimistischer Prognosen weisen Experten auf objektive Schwierigkeiten hin. Internationale Analysten, einschließlich der Agentur DPA und Ökonomen der Financial Times, stellen fest, dass das Fehlen eines direkten Zugangs Armeniens zum Meer die Organisation einer komplexen multimodalen Logistik für den Transit verderblicher Güter erfordern wird. Darüber hinaus könnte der zollfreie Import armenischer Weinprodukte auf Widerstand seitens der Agrarlobbys südlicher europäischer Länder stoßen.

Gleichzeitig hat die EU-Initiative aus Sicht des Völkerrechts eine solide Grundlage. Gemäß dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT/WTO) wird die Gewährung einseitiger Handelspräferenzen für Entwicklungswirtschaften als legitimes Instrument zur Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und zur Diversifizierung der Exportstruktur angesehen.