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title: "Wegen eines Welses nach Hause: Wie ein Ukrainer wegen Wildfischerei und Tierquälerei aus Polen abgeschoben wurde"
description: "Ein Ukrainer wurde in Polen wegen des Fanges eines 40-Kilo-Welses während der Schonzeit abgeschoben. 🐟🚫 Dem Mann wurde Wildfischerei und Tierquälerei vorgeworfen; ihm wurde die Einreise in den Schengen-Raum für 5 Jahre untersagt. Der Skandal entbrannte nach der Veröffentlichung von Videos, auf denen der Fisch über den Boden geschleppt wird."
date: 2026-06-05T15:02:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/abschiebung-eines-ukrainers-aus-polen-wegen-eines-welses
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publisher: "XAB.info"
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# Wegen eines Welses nach Hause: Wie ein Ukrainer wegen Wildfischerei und Tierquälerei aus Polen abgeschoben wurde

![Bewaffnete Grenzbeamte und Soldaten in gelben Westen stehen auf Eisenbahnschienen in Polen und sichern die Sicherheit im Zusammenhang mit der Abschiebung eines Ukrainers wegen Wilderei](https://xab.info/media/2026/06/05/depatriatsiya-ukrainca-iz-polshi-za-sooma/depatriatsiya-ukrainca-iz-polshi-za-sooma-1.webp)

In Polen hat sich ein Skandal entzündet, in dessen Zentrum sich ein 57-jähriger ukrainischer Staatsbürger befindet. Der Mann wurde aus dem Land abgeschoben und erhielt ein fünfjähriges Einreiseverbot in den Schengen-Raum. Auslöser für diese drastischen Maßnahmen war kein politisches Verbrechen, sondern ein Vorfall beim Fang eines großen Welses in Warschau.

### Skandal am Balaton-See

Die Situation erregte große Aufmerksamkeit, nachdem in den sozialen Medien Videos und Fotos vom Balaton-See im Warschauer Stadtteil Gocław erschienen waren. Auf den Aufnahmen ist der Moment festgehalten, in dem Männer einen riesigen Fisch aus dem Wasser ziehen und ihn über Land transportieren, wobei er keinen Zugang zu Wasser hat.

Laut polnischen Medien hatte der gefangene Wels beträchtliche Ausmaße: Seine Länge überstieg 170 Zentimeter und sein Gewicht erreichte etwa 40 Kilogramm. Zeugen behaupten, dass der Fisch nach dem Fang über den Boden geschleppt und anschließend in den Kofferraum eines PKWs verladen wurde.

### Zwei Anklagepunkte und Haftstrafe

Die polnische Polizei leitete ein Strafverfahren ein und erhob gegen den Festgenommenen Anklage nach zwei Paragraphen. Die erste Verletzung betrifft die Fischereivorschriften: Der Fisch wurde während einer strengen Schonzeit gefangen. In Polen besteht vom 1. Januar bis 31. Mai ein Fangverbot für Welse. Zudem verbieten die Vorschriften des Mazowischen Bezirks des Polnischen Anglerverbands das Fischen von Wasserfahrzeugen aus.

Der zweite Anklagepunkt ist Tierquälerei. Der Transport eines großen Fisches ohne Zugang zu Wasser wurde von den Strafverfolgungsbehörden als Akt der Grausamkeit gewertet. Für die Gesamtheit dieser Handlungen droht dem Mann eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

### Sofortige Abschiebung

Nach Abschluss der verfahrensrechtlichen Maßnahmen übergab die Polizei den Festgenommenen an die Grenzschutzbehörde. Die Strafverfolger beantragten eine Rückführung, mit der Begründung, dass der weitere Aufenthalt des Mannes in Polen eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellt.

Die polnische Grenzschutzbehörde reagierte blitzschnell. Bereits am nächsten Tag wurde die Entscheidung über die zwangsweise Rückführung des Ukrainers getroffen, ohne ihm eine Frist für die freiwillige Ausreise zu gewähren. Noch am selben Tag wurde der Mann zum Grenzübergang in Dorohusk gebracht und den ukrainischen Grenzbeamten übergeben. Zusätzlich wurde ihm die erneute Einreise nach Polen und andere Schengen-Staaten für fünf Jahre untersagt.

### Kontext der Verschärfung der Migrationskontrolle

Dieser Fall ereignete sich vor dem Hintergrund einer allgemeinen Verschärfung der Migrationspolitik in der Region. Zuvor war über die Absicht der Europäischen Union berichtet worden, die Regeln für die Abschiebung illegaler Migranten zu überarbeiten, da die aktuellen Mechanismen als nicht ausreichend effektiv gelten. Die Europäische Kommission schlägt strengere Anforderungen für Personen vor, die auszuweisen sind.

Auch in Polen wurde kürzlich eine großangelegte Spezialoperation gegen illegale Migration und Personen, die sich der Justiz entziehen, durchgeführt. Bei Razzien im ganzen Land wurden mehr als 140 Ausländer festgenommen, von denen die Mehrheit ukrainische Staatsbürger waren. Ein Teil von ihnen hat bereits eine Entscheidung über die zwangsweise Rückführung in die Heimat erhalten.