Der schwere atomgetriebene Raketenkreuzer „Admiral Nachimow“ ist in die abschließende Phase der Erprobungen eingetreten. Dies gab die Pressestelle der russischen Nordflotte offiziell bekannt. Das Schiff, das sich im Dock des Unternehmens „Sevmasch“ in Sewerodwinsk befindet, ist nach einem langen Zyklus von Reparaturen und einer umfassenden Modernisierung bereit, das Meer zu verlassen.

Dieses Ereignis markiert die Wiederbelebung eines der ehrgeizigsten und komplexesten Projekte in der Geschichte des sowjetischen und russischen Schiffbaus. Der „Admiral Nachimow“ ist nicht nur ein Kriegsschiff, sondern ein Monster mit einer Verdrängung von mehr als 25.000 Tonnen, ausgestattet mit einer nuklearen Energieanlage. In Bezug auf seine Größe bleibt er das größte nicht-flugzeugträgerische Kriegsschiff, das nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit gebaut wurde.

Der lange Weg zum Wasser

Die Geschichte der Rückkehr des Kreuzers in den aktiven Dienst ist die Geschichte eines Prozesses, der sich über Jahrzehnte hinzog. Das Schiff wurde Ende der 1980er Jahre auf Kiel gelegt, aber bereits Ende der 90er Jahre zur Reparatur geschickt. Die eigentlichen Arbeiten zur Rückführung des „Admiral Nachimow“ in die russische Marine begannen erst 2013.

Der Modernisierungsprozess verwandelte sich in ein echtes Dauerbauprojekt. Der Zeitplan der Arbeiten wurde mehrfach überarbeitet. Im August 2020 wurde das Schiff aus dem Füllbecken an die Werftpromenade gebracht, jedoch wurden die Arbeiten nicht eingestellt und dauerten noch fünf Jahre an. Erst im Januar 2025 erfolgte der physische Start der Kernreaktoren an Bord.

Neue Waffensysteme und alte Schwachstellen

Im Rahmen der Modernisierung sollte das Schiff grundsätzlich neue Bewaffnung erhalten. Laut öffentlichen Daten wird der „Admiral Nachimow“ mit 80 universellen Startvorrichtungen des Typs UKSK 3S14 ausgestattet. Diese ermöglichen den Start einer breiten Palette von Raketen: von den Marschflugkörpern „Kalibr“ und „Oniks“ bis hin zu den Hyperschallraketen „Zirkon“.

Zum Schutz vor Luft- und Seefahrtsbedrohungen werden auf dem Kreuzer die Flugabwehrsysteme „Fort-M“ und „Pantsir-M“ sowie die U-Boot-Abwehrsysteme „Paket-NK“ und „Otwet“ installiert.

Experten bewerten die Perspektiven des Schiffes jedoch widersprüchlich. Das Basisprojekt 1144.2M hatte trotz seiner gigantischen Größe Schwachstellen, insbesondere die Anfälligkeit gegenüber niedrig fliegenden Unterschall-Lenkflugkörpern. Obwohl die Modernisierung diese Mängel beheben sollte, glauben viele Analysten, dass selbst das aktualisierte Schiff extrem anfällig für moderne Waffensysteme bleibt.

Die Kosten und Alternativen

Die Kosten für die Wiederbelebung des „Admiral Nachimow“ werden inoffiziell auf astronomische Summen geschätzt – etwa 200 Milliarden Rubel (mehr als 2,7 Milliarden Dollar). Experten stellen dabei fest, dass dieser Riese in Bezug auf sein Schlagpotenzial deutlich hinter den deutlich günstigeren atomgetriebenen Raketenkreuzern der Projekte 949 „Granit“ und 949A „Antei“ zurückbleibt.

Heute steht Russland nur noch ein Kreuzer dieser Klasse zur Verfügung – der „Pjotr der Große“. Während der „Admiral Nachimow“ die abschließenden Tests durchläuft, entwickelt der russische Schiffbau weiterhin andere Richtungen. Kürzlich wurde auf der „Nord-Werft“ ein neuer Fregatte des Projekts 22350, der „Flottenadmiral Gromow“, auf Kiel gelegt, und vor einem Monat wurde in Baltijsk das kleine Raketenschiff „Burya“ des Projekts 22800 in die Flotte aufgenommen.