Die Einführung des Systems zur Bewertung der Alltagsfunktionalität (ЭКОПФО), das die MSEC ersetzt hat, hat systemische Probleme in der Interaktion zwischen Patienten und Ärzten aufgedeckt. Das Haupthindernis war die Unwilligkeit oder Unfähigkeit der Ärzte, die erforderlichen elektronischen Überweisungen auszustellen. Der Anwalt der Vereinigung „Actum“, Rustam Nuriev, erklärte gegenüber RBK-Ukraine, wie man im Falle einer Verweigerung vorzugehen hat und wer für bürokratische Verzögerungen verantwortlich ist.

Rollentausch: Warum der Arzt zum Schlüsselelement wurde

Das neue Verfahren hat die Logik der Beantragung von Behinderungsstatus radikal verändert. Während der Patient früher die Dokumente selbst sammelte und sich an die Kommission wandte, liegt nun die gesamte Last der Zusammenstellung des Dokumentspakets beim medizinischen Fachpersonal. Gemäß der Verordnung ist der Hausarzt oder behandelnde Arzt verpflichtet:

  • Die Angemessenheit der vom Patienten vorgelegten medizinischen Unterlagen zu bewerten.
  • Bei Bedarf zusätzliche Untersuchungen anzuordnen.
  • Ein vollständiges Dokumentenpaket zusammenzustellen.
  • Die elektronische Überweisung auszustellen und an das Expertenteam von ЭКОПФО einzureichen.

Aufgabe des Patienten beschränkt sich auf die Vorlage der vorhandenen medizinischen Aufzeichnungen. Genau der Arzt muss den Prozess einleiten, aber nicht die Entscheidung über die Gewährung einer Behinderung treffen – dies ist die Prerogative der Expertenkommission.

Gründe für Ablehnungen: Von Unwissenheit bis Sabotage

In der Praxis ist gerade die Phase der Ausstellung der Überweisung zum „Engpass“ geworden. Laut Anwalt entstehen Probleme aus zwei Gründen. Erstens weiß ein Teil der Mediziner einfach nicht, wie man die Dokumente im neuen System technisch korrekt ausstellt. Zweitens gibt es Fälle von bewusster Weigerung der Ärzte, ihre Pflichten zu erfüllen.

Besonders verwundbar sind ältere Menschen, die sich mit den neuen digitalen Verfahren nicht auskennen und vollständig von der Kompetenz ihres Hausarztes abhängig sind. Die Situation wird dadurch verschärft, dass einige Mediziner, die sich an ungeschriebene Empfehlungen der Führung halten, Menschen, die sich selbstständig fortbewegen können, die Überweisung verweigern, selbst wenn sie ein Zertifikat für die Gewährung einer Aussetzung von der Mobilisierung oder für soziale Dienstleistungen benötigen.

Vorgehensweise bei Ablehnung

Wenn ein Arzt die Ausstellung einer Überweisung verweigert, sollte der Patient dies nicht hinnehmen. Rustam Nuriev schlägt einen klaren Aktionsplan zum Schutz seiner Rechte vor:

  1. Wendung an die Führung. Zunächst muss das Erscheinen des Leiters der Abteilung verlangt werden, um die offiziellen Gründe für die Ablehnung zu klären.
  2. Dokumentation des Vorfalls. Wenn das Gespräch nicht hilft, sollte die Polizei gerufen werden, um die Weigerung, eine medizinische Dienstleistung zu erbringen, zu protokollieren.
  3. Offizielle Beschwerde. Nach der Dokumentation des Vorfalls muss sich eine Beschwerde beim Ministerium für Gesundheit der Ukraine einreichen. Es ist wichtig sicherzustellen, dass die Anfrage offiziell registriert wird.

Das Gesundheitsministerium muss die Behörde bestimmen, die die Beschwerde prüft, den Prozess überwacht und eine offizielle Antwort gibt. Dabei trägt der Arzt, der die Ausstellung verweigert hat, die Verantwortung gegenüber dem Patienten, selbst wenn er auf Anweisung der Leitung der Einrichtung gehandelt hat.

Alternative Wege und Nuancen für Militärangehörige

Im Falle einer prinzipiellen Ablehnung oder eines unangemessenen Verhaltens seitens des aktuellen Hausarztes hat der Patient das Recht, eine Erklärung mit einem anderen Spezialisten abzuschließen. Dies ermöglicht den Wechsel des behandelnden Arztes und die Fortsetzung des Verfahrens zur Ausstellung von Dokumenten.

Für Militärangehörige hat das Verfahren seine eigenen Besonderheiten. Die Überweisung an ЭКОПФО muss im Rahmen der militärärztlichen Kommission (ВВК) ausgestellt werden. Wenn das Militärkommissariat die Ausstellung verweigert, sind auch diese Fälle der Dokumentation und Berufung unterworfen. In der Praxis ist der schnellste Weg für Militärangehörige oft die Anrufung eines zivilen Hausarztes während des Urlaubs, da dieser ebenfalls befugt ist, die erforderlichen Dokumente auszustellen.

Aussichten der Reform

Trotz der Schwierigkeiten am Anfang stabilisiert sich die Situation allmählich. Ärzte sammeln Erfahrung mit dem neuen System, und Patienten nutzen die Mechanismen von ЭКОПФО aktiver. Dennoch bleiben Fälle unbegründeter Ablehnungen ein aktuelles Problem, das Wachsamkeit seitens der Bürger und Kontrolle seitens der Aufsichtsbehörden erfordert.