Im August 2026, mitten in der Gartensaison, denken viele Besitzer von Einfamilienhäusern über die Landschaftsgestaltung nach. Lebhafte Blumen und üppige Sträucher schaffen Gemütlichkeit, doch nicht alle Pflanzen sind für die unmittelbare Nähe zu Wohngebäuden sicher. Experten warnen: Einige beliebte Zierpflanzen, wie Flieder und Wacholder, bergen ernsthafte Risiken – von der Zerstörung des Fundaments bis hin zu einem hohen Brandrisiko.

Flieder: Der Aggressor unter der Erde

Flieder ist ein absoluter Klassiker in Gärten, bekannt für seinen unvergleichlichen Duft und das üppige Blühen im Frühling. Landschaftsarchitekten empfehlen jedoch dringend, diesen Strauch nicht näher als 3–5 Meter vom Haus zu pflanzen. Das Hauptproblem liegt nicht in den Ästen, sondern unter der Erde. Flieder verfügt über ein mächtiges und aggressives Wurzelsystem, das auf der Suche nach Feuchtigkeit in Mikrorisse des Fundaments eindringen kann. Dies führt mit der Zeit zur allmählichen Zerstörung der tragenden Strukturen des Gebäudes.

Zudem stellen die Wurzeln des Flieders eine Bedrohung für unterirdische Leitungen dar, insbesondere für Abwasser- und Wasserrohre. Eine zusätzliche Komplikation schafft das üppige Wurzelwachstum (Sauger), das den Raum schnell füllt und Gehwegplatten anheben kann, wodurch die Integrität der Wege beeinträchtigt wird.

Wacholder: Die „Pulverfass“-Pflanze und Gift

Nadelgehölze werden oft für die Begrünung gewählt, da sie das ganze Jahr über dekorativ sind. Das Pflanzen von Wacholder, insbesondere kriechender Sorten, direkt an den Hauswänden ist jedoch aus zwei Gründen extrem gefährlich. Erstens enthalten Nadeln und Äste dieser Pflanze große Mengen an ätherischen Ölen und Harzen. In einem trockenen Sommer verwandelt sich der Strauch in ein echtes „Pulverfass', das von der kleinsten Funken sofort Feuer fangen und das Gebäude in Brand setzen kann.

Zweitens sind einige beliebte Arten, wie zum Beispiel der Kriechwacholder (Juniperus sabina), extrem giftig. Alle Teile dieser Pflanze enthalten Toxine, was eine tödliche Gefahr für Kinder und Haustiere darstellt, die im Hof spielen.

Schneeball und Hagebutte: Versteckte Gefahren

Der Schneeball (Symphoricarpos) lockt Gärtner mit seinen weißen oder rosa Beeren an, die auch im Winter an den Zweigen hängen bleiben. Diese schönen „Kügelchen' sind jedoch giftig. Wenn der Strauch am Hauseingang oder auf der Terrasse wächst, steigt das Risiko, dass Kinder oder Haustiere die Beeren verschlucken, was zu einer schweren Vergiftung und Reizung der Schleimhäute führen kann.

Ähnlich verhält es sich mit Hagebutten und aggressiven Sorten von Parkrosen. Ihr Platz ist im Hinterhof oder am Zaun, aber definitiv nicht unter den Fenstern. Dichte, stachelige Dickichte schaffen eine verletzungsgefährdete Zone auf dem Weg, und das dichte Laub direkt am Haus stört die Luftzirkulation. Dies begünstigt die Ansammlung von Feuchtigkeit und die Entwicklung von Schimmel an der Fassade des Gebäudes.

Widersprüchliche Daten

Die Frage nach der Sicherheit von Flieder hat in der gärtnerischen Szene verschiedene Standpunkte. Einerseits, wie Experten von Styler und Gazeta.ua feststellen, ist das Wurzelsystem des Flieders tatsächlich aggressiv und kann Leitungen beschädigen. Andererseits behaupten viele Landschaftsarchitekten, dass Flieder bei richtiger Pflege und regelmäßiger Entfernung der Sauger erfolgreich in der Nähe von Gebäuden angebaut werden kann, ohne das Fundament zu gefährden. Uneinigkeiten bestehen auch beim Wacholder: Einige Quellen bezeichnen ihn nur bei extremer Dürre als brandgefährlich, während andere empfehlen, ihn in der Nähe von Holzgebäuden ganz zu vermeiden.