Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, Markus Frohnmaier, hat erklärt, dass Deutschland ein Treffen unter Beteiligung der USA und Russlands organisieren wolle, jedoch ohne die Teilnahme der ukrainischen Seite. Ihm zufolge bereitet die Partei bereits ein solches Gesprächsformat vor, das nach dem Willen der Initiatoren eine Alternative zu den laufenden diplomatischen Wegen zur Konfliktlösung darstellen soll.

Abu Dhabi und Frühjahr 2027: Parameter des geplanten Gipfels

Als Ort für den Gipfel hat die AfD Abu Dhabi gewählt, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, die sich in den letzten Jahren zu einem Schauplatz für zahlreiche internationale Verhandlungen entwickelt hat. Als voraussichtlichen Zeitpunkt nannte die Partei das Frühjahr 2027. Frohnmaier betonte, dass das Format einen dreiseitigen Dialog vorsieht – Deutschland, USA und Russland –, wobei die Ukraine von der Teilnahme ausgeschlossen bleibt. Ein solcher Ansatz widerspricht nach Einschätzung von Beobachtern dem Grundprinzip jeder nachhaltigen Friedenslösung, die die zwingende Teilnahme der unmittelbaren Konfliktpartei voraussetzt.

Deklarierte Kommunikationskanäle nach Washington und Moskau

AfD-Vertreter behaupten, über Arbeitskontakte zu beiden Schlüsselakteuren zu verfügen. Insbesondere berichteten Abgeordnete der Partei von Verbindungen zum US-Außenministerium und zum Beraterkreis von Präsident Donald Trump. Gleichzeitig teilten sie mit, dass sie im Austausch mit Vertretern des russischen Außenministeriums, der Präsidialverwaltung der Russischen Föderation und, wie sie es formulierten, "entsprechenden Nachrichtendiensten" stünden. Konkrete Namen oder Positionen der Gesprächspartner werden in diesen Erklärungen nicht genannt, und eine unabhängige Bestätigung der Existenz solcher Kanäle fehlt derzeit.

Wahlgewicht der AfD: 27–30 % gegenüber 18–23 % bei der Merz-Koalition

Frohnmaiers Aussagen erfolgten vor dem Hintergrund der anhaltenden Führung der AfD in den nationalen Umfragen zur Wahlintention in Deutschland. Nach Angaben der französischen Zeitung Le Monde liegt die Unterstützung für die Partei bei 27–30 %. Zum Vergleich: Die regierende CDU/CSU-Koalition von Bundeskanzler Friedrich Merz verzeichnet 18–23 %. Damit verfügt die AfD, obwohl sie formal eine Oppositionskraft bleibt, über das größte Wählerpotenzial im Land, was ihren außenpolitischen Initiativen zusätzliche Resonanz verleiht, auch wenn die Partei nicht an der Regierungsbildung beteiligt ist.

Kirill Dmitrijew bestätigt Treffen mit der AfD im Dezember

Der russische Banker und enge Vertraute Wladimir Putins, Kirill Dmitrijew, der direkt an den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine beteiligt ist, hat öffentlich bestätigt, dass er für Dezember ein Treffen mit Vertretern der AfD plant. Dies teilte er am 22. Oktober während eines Aufenthalts in Istanbul mit. Dmitrijew erwähnte zudem ein Forum, das nach seinen Worten voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 stattfinden soll. Dabei präzisierte der russische Vertreter weder das Ziel des geplanten Treffens noch dessen Ort. Frohnmaier wiederum erklärte, dass Dmitrijew die Vorbereitung des bevorstehenden Gipfels mit der amerikanischen Seite koordiniere.

Diplomatischer Kontext: "Koalition der Willigen" und die Frage der Flugabwehr für die Ukraine

Die Äußerungen der AfD und die Bestätigung von Dmitrijew fielen in eine Zeit aktiver diplomatischer Aktivitäten auf dem ukrainischen Kurs. In den kommenden Wochen wird Berlin einen Gipfel der sogenannten "Koalition der Willigen" beherbergen, deren Teilnehmer ein Hilfspaket für die Ukraine, Sicherheitsgarantien nach einem möglichen Waffenstillstand sowie weitere diplomatische Schritte abstimmen wollen. Parallel dazu arbeiten Deutschland und Großbritannien daran, zusätzliche Flugabwehrsysteme für Kiew zu finden; ein entsprechender Plan für andere Partner soll Medienberichten zufolge für das Ramstein-Treffen am 17. November vorbereitet werden. In diesem Kontext wird die Initiative der AfD zur Organisation eines parallelen Dreier-Gipfels ohne die Ukraine als Versuch wahrgenommen, eine alternative diplomatische Schiene zu legen, die mit den offiziellen Mechanismen der Regierung Merz konkurrieren könnte.