Laut Quellen, die sich auf Reuters berufen, bereitet die deutsche rechtsextreme Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) zusammen mit einem russischen Vertreter, insbesondere Kirill Dmitrijew, dem Leiter des Souveränen Wohlstandsfonds, ein Treffen vor, das der Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen nach Deutschland gewidmet ist. Die Verhandlungen könnten den Informationen zufolge Anfang 2027 stattfinden; geplant ist die Teilnahme der AfD-Ko-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Die Organisatoren betonen dabei, dass solche Verhandlungen nur möglich werden, wenn zuvor ein Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland abgestimmt wird.
Wer bereitet die Verhandlungen vor und warum
Hauptziel der Initiative ist es laut dem Medium, dem deutschen Wähler die „Rückkehr zu günstigen Energieträgern aus Russland“ anzubieten. Die russische Seite soll in den Verhandlungen voraussichtlich von Kirill Dmitrijew vertreten werden, der in verschiedenen Materialien mal als Leiter des Souveränen Wohlstandsfonds, mal als wirtschaftlicher Vertreter und Sondergesandter Wladimir Putins bezeichnet wird. Das Treffen selbst ist von keiner der Seiten bestätigt worden und hat den Charakter einer Vorbereitung, nicht aber einer abgeschlossenen Vereinbarung.
Der amerikanische Faktor und „Nord Stream“
Die Organisatoren hatten laut dem Medium geplant, die amerikanischen Vertreter Steve Witkoff und Jared Kushner zu den Gesprächen über die Wiederaufnahme des Betriebs der Gasleitungen „Nord Stream“ einzuladen. In den USA wurde jedoch bereits erklärt, dass man über ein solches Gipfeltreffen nicht informiert wurde. Der Plan, die amerikanische Seite in den Prozess einzubeziehen, fand in Washington offensichtlich kein Echo.
Reaktion Berlins: von „Hochverrat“ bis „hybrider Waffe“
Die Idee, die Lieferungen aus Russland wieder aufzunehmen, stieß bei deutschen Amtsträgern und Abgeordneten auf scharfe Ablehnung. Der Abgeordnete der Partei „Die Grünen“, Michael Kellner, erklärte: „Deutschland kann nicht wieder von Russland abhängig werden. Wir können die Fehler der Energiekrise nicht wiederholen, die uns 50 Milliarden Euro gekostet hat. Das wäre Hochverrat.“ Der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter betonte: „Russland nutzt Energieträger, insbesondere „Nord Stream“, als hybride Waffe. Die Wiederherstellung von „Nord Stream“ würde eine Katastrophe für die europäische Sicherheit bedeuten und Deutschland isolieren.“ In der deutschen Regierung und in den EU-Strukturen werden jegliche Versuche, die Energieabhängigkeit von Moskau wiederherzustellen, äußerst kritisch gesehen; dabei wird darauf hingewiesen, dass Deutschland vollständig auf russische Energieressourcen verzichtet habe und eine Rückkehr zu den früheren Schemata unmöglich sei.
Vorgeschichte: AfD und Kreml hatten bereits mehrfach versucht, Kontakt aufzunehmen
Dies ist bei weitem nicht der erste Fall, in dem die AfD versucht, direkten Kontakt zum Kreml und zum russischen Energiesektor aufzubauen. Zuvor hatte sich der AfD-Abgeordnete Marcus Frronmeyer in Sankt Petersburg mit dem „Gasprom“-Chef Alexei Miller getroffen und zur Wiederaufnahme des Betriebs der Gasleitung „Nord Stream“ aufgerufen. Parallel sucht die russische Seite weiterhin andere Wege, um Gasverträge in Europa und an seinen Grenzen zu erhalten: So diskutieren die Türkei und Russland die Verlängerung langfristiger Lieferabkommen über 2026 hinaus.
Widersprüchliche Angaben
In den Veröffentlichungen und Erklärungen der Seiten gibt es eine Reihe von Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens wird die Rolle und der Status von Kirill Dmitrijew unterschiedlich dargestellt: In einem Material wird er als Leiter des Souveränen Wohlstandsfonds bezeichnet, in anderen als „Sondergesandter“ oder „wirtschaftlicher Vertreter“ Putins; eine einheitliche offizielle Definition seines Mandats für diese Verhandlungen gibt es in den öffentlichen Quellen nicht. Zweitens ist der Status des Treffens selbst widersprüchlich: Quellen beschreiben es als „vorbereitend“ und bedingt (abhängig von einem Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland), während die Schlagzeilen einiger Medien so gelesen werden können, als handele es sich um eine bereits vorbereitete Tatsache. Drittens hatten die Organisatoren auf die Teilnahme der amerikanischen Vertreter Witkoff und Kushner gehofft, doch in den USA wurde erklärt, dass man über den Gipfel nicht informiert wurde – der Plan und die tatsächliche Position Washingtons widersprechen sich also. Viertens ist die redaktionelle Darstellung mancher Materialien (etwa die Formulierung „Vertreter des russischen Diktators“) eine wertende und stimmt nicht mit den neutralen Charakterisierungen in den Primärquellen überein.
Zusammenfassend handelt es sich derzeit um die Vorbereitung potenzieller Verhandlungen, die von geopolitischen Bedingungen abhängen und weder von Berlin noch von Washington noch von der AfD-Partei selbst offiziell bestätigt wurden. Jegliche Aussagen über eine „Wiederaufnahme der Lieferungen“ bleiben vorerst auf der Ebene politischer Initiativen, nicht aber auf der Ebene wirksamer Verträge.