Im Hintergrund des anhaltenden Krieges auf der Krim setzen sich die Angriffe auf die kritische Infrastruktur der Region fort. Die Spezialeinheiten (SSO) der ukrainischen Streitkräfte (AFU) haben offiziell einen erfolgreichen Angriff auf eine große Ölbasis im Raum Keratsch bestätigt und zudem von der Zerstörung eines Meereterminals in Feodosija berichtet.
Angriff auf den Umschlagplatz in Lenino
Hauptziel der Operation war die Ölbasis „Semikolodezjanskaja“ im Dorf Jediköy (im russischen Verwaltungssystem als Dorf Lenino bekannt). Das Objekt befindet sich etwa 200 Kilometer von der Frontlinie entfernt, doch seine strategische Bedeutung für die russische Armee ist kaum zu überschätzen.
Laut ukrainischen Geheimdiensten nutzen die Besatzungstruppen diese Basis aktiv als wichtigen logistischen Knotenpunkt. Hier werden Heizöl, Dieselkraftstoff und Bitumen gelagert und weitertransportiert. Die Infrastruktur der Basis umfasst neun Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 700 bis 3000 Kubikmetern. Genau hier werden die Tankwagen beladen, die anschließend über die besetzten Gebiete der Krim und der Ukraine verteilt werden, um die Bedürfnisse der russischen Armee zu decken.
Wiederholter Angriff auf Feodosija
Gleichzeitig mit dem Angriff auf das Objekt bei Keratsch trafen Einheiten der Mittelstrecken-Spezialeinheiten der AFU das Meeresölterminal in Feodosija. Auch dieses Objekt ist ein wichtiges Glied in der Lieferkette für Kraftstoffe. Auf dem Gelände des Terminals befinden sich sieben große Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 10.000 und 20.000 Kubikmetern.
Wichtig ist, dass dies nicht der erste Angriff auf das Terminal in Feodosija war. Zuvor wurde das Objekt bereits mehrfach getroffen, und nach vorliegenden Angaben sind derzeit nur noch einige intakte Tanks übrig. Die aufeinanderfolgenden Angriffe belegen die systematische Arbeit der ukrainischen Einheiten, um die Energieinfrastruktur des Gegners lahmzulegen.
Reaktion der Seiten und Faktenprüfung
Das russische Verteidigungsministerium hat die Situation mit den Bränden an den Objekten des Energiesektors bisher nicht kommentiert. Die ukrainische Seite hingegen hat Ziele und Aufgaben der Operation detailliert beschrieben und betont, dass die Schläge von den Mittelstrecken-Spezialeinheiten der AFU ausgeführt wurden.
Die Redaktion des Portals Krim.Realien stellt fest, dass es angesichts der aktiven Kampfhandlungen und des fehlenden Zugangs zu den Objekten vor Ort unmöglich ist, die Informationen über das Ausmaß der Zerstörungen und die genaue Anzahl der getroffenen Tanks selbst zu überprüfen. Dennoch macht die Bestätigung durch die Spezialeinheiten die Tatsache des Angriffs glaubwürdig.