Schlag gegen die Logistik: Frachtschiff im Hafen von Berdjansk
Einheiten der Drohnensysteme der Streitkräfte der Ukraine (AFU) haben einen Angriff auf das russische Frachtschiff „Leonid Pestrikow' durchgeführt. Der Angriff ereignete sich im Hafen der Stadt Berdjansk, die sich vorübergehend unter Besatzung befindet. Die offizielle Bestätigung der Operation stammt vom 422. separaten Bataillon der Drohnensysteme (OBpS) „LUFTWAFFE'.
Laut Angaben der Behörde war das Kommando der 17. separaten Spezialeinsatzbrigade „Kraken' der Initiator des Einsatzes der Schlagkraft. Ursprünglich war geplant, für die Durchführung der Aufgabe Drohnen der Klasse „FrontStrike' einzusetzen, doch der Kommandant entschied, dass dies für eine garantierte Zerstörung des Ziels nicht ausreicht. Stattdessen wurde eine leistungsstärkere Drohne der Klasse „MidStrike' – die Drohne „Zozulya' – eingesetzt.
Merkmale des Angriffs und Schäden
Zur Zerstörung des Schiffes wurde eine kumulativ-sprengende Kampfladung mit einem Gewicht von 50 kg eingesetzt. In der Mitteilung des Bataillons wird darauf hingewiesen, dass das Frachtschiff erhebliche Schäden erlitten hat. Der Vorfall zeigt die Evolution der Taktik beim Einsatz von Drohnensystemen, bei der für Angriffe auf stationäre Ziele in Häfen schwere Kampfladungen verwendet werden.
„Leonid Pestrikow' ist ein universelles Frachtschiff für Seefahrt und Mischverkehr (Fluss/See). Das 2021 gebaute Schiff hat eine Länge von 141 Metern und eine Tragfähigkeit von 8.100 Tonnen. Es ist mit zwei Laderäumen ausgestattet und wird von der Russischen Föderation aktiv für den Transport von Gütern in den Gewässern des Schwarzen und des Mittelmeers eingesetzt.
Sanktionen und die „Schattenflotte'
Das Schiff steht seit langem im Fokus westlicher und ukrainischer Aufsichtsbehörden. 2023 geriet das „Leonid Pestrikow' unter US-Sanktionen im Rahmen von Beschränkungen gegen Schiffe, die mit der russischen Transportinfrastruktur in Verbindung stehen. 2025 verhängte auch die Ukraine Sanktionen gegen das Schiff und klassifizierte es als Element der „Schattenflotte'.
Laut verfügbaren Informationen wurde das Schiff zum Abtransport ukrainischen Getreides aus dem besetzten Berdjansk genutzt. Seine Route umfasste Fahrten von Sewastopol in Häfen Syriens und anderer Länder des Nahen Ostens. In den Logistikketten legte das Schiff regelmäßig in Häfen der Türkei, Ägyptens, Aserbaidschans und Irans an.
Experten stellen fest, dass beim „Leonid Pestrikow' Fälle des Abschaltens des AIS-Systems (Automatisches Identifikationssystem für Schiffe) registriert wurden. Solche Handlungen werden als Versuch gewertet, die tatsächliche Route zu verbergen und Sanktionsbeschränkungen zu umgehen.
Kontext der Angriffe auf die Handelsflotte
Der Angriff auf das Frachtschiff in Berdjansk ereignet sich vor dem Hintergrund einer Reihe von Vorfällen mit Schiffen der „Schattenflotte'. Kürzlich wurden vor der Küste der Türkei drei Tanker angegriffen, die seit langem im Visier der ukrainischen Seite standen, da sie systematisch Sanktionen verletzt hatten.
Auch die internationale Gemeinschaft reagiert aktiv auf die Aktivitäten solcher Schiffe. So nahmen die französische Marine am 1. Juni den sanktionierten Öltanker „Tagore' im Atlantik an Bord. Diese Ereignisse zeigen, dass der Kampf gegen die „Schattenflotte' zu einem der Schlüsselbereiche der modernen maritimen Sicherheit geworden ist.