Am 21. September präsentierte die Designerin und Gastronomin Dasha Katsurina in Kiew ihr neues Projekt Agatha Playing – einen urbanen Raum, der einen Showroom für Kleidung, ein Bistro und eine Ausstellung ukrainischer Künstler vereint. Die Präsentation stand im Zeichen eines Formatwechsels: Das Team entschied sich, vom Modell des »einfachen Kleidungsgeschäfts« zu einem Ort zu wechseln, an dem man arbeiten, Freunde treffen oder zu Mittag essen kann. Laut Angaben der Publikation Wave RBC.UA bedeutet der Start von Agatha Playing zugleich das Ende der Geschichte der Marke KATSURINA, die Katsurina rund zehn Jahre lang aufgebaut hatte.
Von der Oberbekleidungs-Marke zum urbanen Raum
Agatha Playing wuchs aus der Oberbekleidungs-Marke KATSURINA hervor, die Katsurina vor zehn Jahren gründete. Das neue Projekt ist eine Fortsetzung dieser Geschichte, aber in erweiterter Form: Während der Fokus zuvor auf der Kleidung lag, ist der Raum nun als »Haus« konzipiert, in dem der Kauf nur eine von mehreren Funktionen ist. Das Team betont, dass Besucher hier mehrere Stunden verweilen können: arbeiten, sich unterhalten, Kaffee trinken. Dieser Ansatz ist charakteristisch für moderne Hybridformate, in denen Handel, Gastronomie und Kulturprogramm zu einem einheitlichen Aufenthaltskonzept verschmelzen.
Das Haus der fiktiven Agatha: So ist der Raum gestaltet
Das Interieur ist im Stil des Hauses einer erfundenen Figur namens Agatha gestaltet. Das bedingte »Schlafzimmer« wurde in einen Showroom verwandelt, in dem neben Kleidung auch Werke ukrainischer Künstler ausgestellt sind – sie können vor Ort erworben werden. Etwas weiter befindet sich das »Wohnzimmer« mit Sofa, Zeitschriften und einem Plattenspieler: Genau in dieser Zone können Besucher Kleidung anprobieren und Merchandise kaufen. Weiter folgen die »Küche« und der Kaffeebereich. Für die Gestaltung wurden Vintage-Objekte verwendet, wodurch der Raum eher einem Wohnhaus mit eigener Geschichte ähnelt als einem traditionellen Geschäft.
Bistro mit griechischen und tatarischen Motiven
Das Café arbeitet im »Bistro«-Format. Berichten zufolge vereint die Speisekarte griechische und tatarische Motive, Gerichte, die mit Kindheitserinnerungen verbunden sind, sowie Ideen, die das Team aus Reisen mitbrachte. So ist der gastronomische Teil des Projekts um persönliche Narrative und kulturelle Verweise aufgebaut, nicht um ein klassisches »Café beim Showroom«. Das verstärkt das Gefühl, in ein fremdes, aber offenes Haus mit Charakter einzutreten.
Widersprüchliche Angaben
In den verfügbaren Materialien gibt es eine kleine Unstimmigkeit hinsichtlich der Lebensdauer der Marke KATSURINA. An einer Stelle heißt es, die Marke sei »vor zehn Jahren« gegründet worden, an anderer Stelle, dass Katsurina sie »mehr als zehn Jahre« aufgebaut habe. Der Unterschied in der Formulierung ändert nichts am Wesen des Ereignisses, aber das genaue Gründungsdatum und das exakte »Alter« der Marke werden in öffentlichen Texten nicht festgehalten. Zudem ist zu berücksichtigen, dass ein erheblicher Teil der Details (Anordnung der Zonen, Speisekarte, Stilistik) aus der Mitteilung von Katsurina selbst und aus Materialien stammt, die Publikationen in Formaten veröffentlichen, die einem Pressetext nahekommen; daher gab es keine unabhängige Verifikation jedes einzelnen Interieur- und Gastronomie-Details.
Was das für die Branche bedeutet
Der Start von Agatha Playing ist ein Beispiel dafür, wie ukrainische Designer ihr Geschäftsmodell erweitern: von einer Kleidungslinie hin zu einem vollwertigen urbanen Raum mit Kultur- und Gastronomieprogramm. Die Kombination aus Showroom, Bistro und lokaler Kunst ermöglicht eine tiefere Bindung des Publikums und die Diversifizierung der Einnahmequellen. Gleichzeitig zeigt die Schließung von KATSURINA nach zehn Jahren, dass selbst eine etablierte Marke sich zu einem breiteren Ökosystem transformieren kann, ohne dabei ihre Geschichte zu verlieren.