Die Unterkunftsvermietung Airbnb hat gemeinsam mit dem Versicherungsunternehmen Chubb ein neues Produkt namens Weather Protection vorgestellt, das Reisenden finanzielle Entschädigung für regnerisches Wetter während ihres Urlaubs ermöglicht. Der Service ist bereits in zehn europäischen Ländern aktiv, allerdings geht aus der offiziellen Mitteilung des Unternehmens hervor, dass nicht alle Touristen Zugang dazu haben: Das Recht zum Abschluss der Police richtet sich nach dem Wohnsitzland des Nutzers und nicht nach dem bevorstehenden Reiseziel. Die Ukraine gehört derzeit nicht zu den Ländern, deren Einwohner den Service nutzen können.
Mechanik: Wie man die Police abschließt und wann sie gilt
Weather Protection kann auf zwei Arten zur Buchung hinzugefügt werden — direkt während der Auswahl der Unterkunft auf der Airbnb-Plattform oder nach Bestätigung der Reservierung. Die einzige Fristbeschränkung: Die Versicherung muss spätestens sieben Tage vor dem Check-in-Datum abgeschlossen werden. Die Police deckt sowohl Inlands- als auch Auslandsreisen ab, mit Ausnahme der USA und einiger bestimmter Gebiete. Zudem gilt die Versicherung nicht für Buchungen mit einer Dauer von 30 Tagen oder mehr sowie für stornierte Reisen.
Entschädigungsbedingungen: 50 bis 1.000 Euro pro Regentag
Die Auszahlungssumme variiert zwischen 50 und 1.000 Euro für einen Regentag und hängt von den konkreten Bedingungen des gewählten Versicherungstarifs ab. Damit eine Entschädigung gezahlt wird, muss die Niederschlagsmenge zwischen 08:00 und 20:00 Uhr Ortszeit mindestens 1,5 mm pro Stunde betragen. Neben der Intensität muss der Regen eine in der individuellen Police festgelegte Anzahl von Stunden andauern. Wichtig ist, dass der Schutz ausschließlich auf den Ort der gebuchten Unterkunft beschränkt ist: Unternimmt ein Tourist einen Ausflug in eine andere Stadt und gerät dort in einen Wolkenbruch, begründet dies keinen Anspruch auf Auszahlung. Darüber hinaus gilt die Versicherung nicht für Schnee, Hagel und starken Wind — nur für Niederschläge in Form von Regen.
Automatische Erfassung: Keine Anträge oder Fotos erforderlich
Der Hauptunterschied zwischen Weather Protection und herkömmlichen Versicherungsprodukten besteht darin, dass der Kunde das schlechte Wetter weder dokumentieren, Niederschläge fotografieren noch einen Schadensantrag bei der Versicherung einreichen muss. Ein spezialisiertes System verfolgt die Wetterbedingungen automatisch mithilfe von Satellitendaten, Wetterradars und Informationen internationaler Wetterdienste, insbesondere der NASA. Entspricht der registrierte Regen den festgelegten Kriterien, erhält der Reisende eine Benachrichtigung über die gutgeschriebene Entschädigung über die Airbnb-App oder per E-Mail. Bei der ersten Auszahlung müssen einmalig Bankdaten über ein sicheres Chubb-Portal angegeben werden; danach erfolgt die Geldüberweisung automatisch.
Geografie und Einschränkungen für Reisende
Der Service steht derzeit volljährigen Einwohnern von zehn europäischen Ländern zur Verfügung. Die genaue Liste der Staaten wird in der veröffentlichten Airbnb-Mitteilung nicht vollständig offengelegt, es wird jedoch betont, dass das Wohnsitzland des Nutzers das Recht zum Kauf der Versicherung bestimmt. Das bedeutet beispielsweise, dass ein Bürger eines nicht auf der Liste aufgeführten Landes Weather Protection selbst dann nicht abschließen kann, wenn er in eines der zehn unterstützten Länder reist. Die Versicherung wird für eine konkrete Buchung ausgestellt und ist nicht auf andere Reisen übertragbar.
Standpunkt der Unternehmen: Regen soll den Urlaub nicht verderben
Justin Broussard, Airbnb-Direktor für strategische Partnerschaften und Versicherungen, erklärte, dass Regen den Eindruck einer lang ersehnten Reise nicht völlig bestimmen sollte, und betonte, dass die Zusammenarbeit mit Chubb darauf abzielt, Reisenden finanzielle Entschädigung für widrige Wetterbedingungen zu verschaffen, ohne Zeit mit der Lösung von Problemen zu verschwenden. Chubb wies seinerseits darauf hin, dass das neue Produkt nahezu ohne Kundenbeteiligung funktioniert: Anstelle des traditionellen Schadensmeldeverfahrens ermittelt das System eigenständig, ob die Wetterbedingungen die Entschädigungskriterien erfüllen. Nach Einschätzung beider Unternehmen können Touristen selbst dann, wenn regnerisches Wetter die Urlaubspläne ändert, eine teilweise finanzielle Erstattung erhalten, ohne den Urlaub selbst absagen zu müssen.