Das Unternehmen Airbus Defence & Space hat die Fertigstellung des ersten Eurofighter-Jägers in der neuesten Version Tranche 4 angekündigt. Das Flugzeug wurde im Werk in Getafe, in der Nähe von Madrid, hergestellt und wird das erste von 20 Maschinen sein, die für die spanischen Luft- und Weltraumstreitkräfte im Rahmen des Programms Halcón I bestimmt sind.
Laut offiziellen Aussagen des Herstellers sind alle notwendigen Verfahren abgeschlossen, und der Jäger ist für den ersten Motorenläuf und den Maiden Flight – den Erstflug – bereit. Die Auslieferung der neuen Technik an die spanischen Streitkräfte wird bereits in diesem Jahr beginnen.
Strategische Modernisierung der Flotte auf den Kanarischen Inseln
Die neuen Jäger sollen die veralteten F/A-18A+ Hornet ersetzen, die derzeit im Geschwader Ala 46 dienen. Dieses Geschwader ist auf dem Flugplatz Gando stationiert, der sich auf den Kanarischen Inseln befindet. Die geografische Lage des Archipels im östlichen Teil des Atlantiks macht ihn zu einem strategisch wichtigen Knotenpunkt, durch den wichtige See- und Luftwege verlaufen.
Die Lieferung moderner Maschinen ist notwendig, um die Fähigkeiten der Luftverteidigung der Region zu stärken und zu erweitern. Der ursprüngliche Vertrag, der 2021 unterzeichnet wurde, sieht die Lieferung von 16 einsitzigen und 4 zweisitzigen Jägern vor. Bemerkenswerterweise hat Spanien diesen Auftrag im November 2024 bereits erweitert, indem es das Programm Halcón II für die Lieferung von weiteren 25 Flugzeugen unterzeichnete. Somit beläuft sich das Gesamtvolumen der Flottenmodernisierung auf 45 neue Eurofighter, die die bereits vorhandenen 70 Maschinen der vorherigen Modifikationen (Tranche 1, 2 und 3A) ergänzen werden.
Technologischer Durchbruch: Radare der nächsten Generation
Der Hauptunterschied der Version Tranche 4 zu ihren Vorgängern ist die Installation des fortschrittlichen ECRS Mk 1-AESA-Radars des Unternehmens Hensoldt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen mit mechanischer Abtastung zeigt das Radar mit elektronisch gesteuerter Phased-Array-Antenne (AESA) grundlegend andere Eigenschaften.
Experten heben die wichtigsten Vorteile des neuen Systems hervor:
- Reichweite und Genauigkeit: Das Radar ist in der Lage, Ziele auf deutlich größeren Entfernungen zu erkennen und zu verfolgen, und tut dies schneller und genauer.
- Arbeiten unter schwierigen Bedingungen: Das System erkennt effektiv Objekte mit geringer Radarunterzeichung sowie Ziele, die in extrem niedrigen Höhen fliegen, auch über der Wasseroberfläche.
- Multitasking und Störsicherheit: Dank der hohen Ausgangsleistung bietet das Radar eine bessere Zielauswahl, die Möglichkeit, mehrere Objekte gleichzeitig zu verfolgen, und verfügt über eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen elektronische Gegenmaßnahmen des Gegners.
Stärkung des Kampfpotenzials
Neben der Sensorik werden die Jäger der Tranche 4 verbesserte Waffensysteme erhalten. Zum Arsenal der Maschinen gehören die Luft-Boden-Raketen Brimstone III und die Langstrecken-Luft-Luft-Raketen Meteor, die vollständig in das Feuerleitsystem integriert werden.
Diese technischen Merkmale stellen den neuen Eurofighter auf eine Stufe mit den modernsten Jägern der Welt. Zum Vergleich werden ähnliche Meteor-Raketen, die Ziele auf Entfernungen von bis zu 200 Kilometern bekämpfen können, als Schlüsselelement der Bewaffnung auch für andere westliche Jäger wie die schwedischen Gripen betrachtet, deren Lieferung im Kontext der Hilfe für andere Länder diskutiert wird.