Der ukrainische Fernsehmoderator und Journalist Alexei Suchanow hat in einem aktuellen Interview mit dem Unterhaltungsprojekt Styler (RBC-Ukraine) offen über seine Einstellung zum Tod gesprochen und darüber, was seiner Überzeugung nach auf den Menschen wartet, wenn sein irdischer Weg endet. Der Moderator der Talkshow „Говорит вся страна' (Das ganze Land spricht) auf dem Sender „1+1 Україна' erklärte, dass der Tod kein Grund für ständige Angst sein sollte und dass das Leben auf der Erde eine Art Prüfung darstelle, die jeder durchlaufen müsse, um ein echter Mensch zu werden.
„Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier'
Auf die Frage nach der Angst vor dem Tod bezog sich Suchanow auf die Zeilen von William Shakespeare: „Ja, aber wovor soll man Angst vor dem Tod haben? Shakespeare hat einmal geschrieben: ‚Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier'.' Den Worten des Fernsehmoderators zufolge spiegelt dieser Satz seine persönliche Position genau wider: Statt einer irrationalen Furcht vor dem Unvermeidlichen nimmt er den Tod als natürlichen Teil des Daseins wahr. In seiner Rhetorik gibt es weder Mystizismus noch religiösen Dogmatismus – nur die ruhige Annahme der Endlichkeit des irdischen Seins und die Ablehnung der Angst als des wichtigsten „Begleiters' des Menschen.
Das irdische Leben als „großes Gefängnis'
Weitaus ausführlicher äußerte sich Suchanow darüber, was nach dem Tod geschieht. Er erklärte offen, dass er nicht an Himmel und Hölle im gewöhnlichen, biblischen Sinne glaubt. „Ich bin auch der Meinung, dass es in Wirklichkeit weder Hölle noch Himmel gibt, und wir alle hier in einem großen Gefängnis eine Art Strafe für ein vorheriges Leben absitzen', sagte der Fernsehmoderator. Diese Metapher verwandelt das irdische Dasein in eine Besserungszeit: Der Mensch wird nicht im vollen Sinne als „Mensch' geboren, sondern nur als „menschliches Wesen', das den Weg der Selbstwerdung durchlaufen muss.
Ein Mensch werden, nicht einfach nur geboren sein
Die zentrale Idee, die Suchanow in seiner Aussage entwickelt, ist der Unterschied zwischen der biologischen Geburt und der geistigen „Selbstwerdung'. „Wer ein Mensch wird (nicht als menschliches Wesen geboren wird, sondern ein Mensch wird), der durchläuft seine Strafe, sitzt sie ab, und dann existiert vielleicht irgendwo noch ein Eden', erklärte er. Sein Blick auf den Tod ist somit untrennbar mit dem Begriff der Menschlichkeit verbunden: Es geht nicht einfach darum, auf die Welt zu kommen, sondern das Leben so zu leben, dass man sich das Recht verdient, ein Mensch genannt zu werden. Das Eden ist in seiner Interpretation keine garantierte Belohnung, sondern nur ein „vielleicht' existierender nächster Schritt, der denen offensteht, die die irdische Prüfung bestanden haben.
Kontext: Suchanows Weg von Iwanowo bis ins Studio in Kiew
Alexei Suchanow wurde am 4. Januar 1974 in Iwanowo (Russland) geboren. Seine Medienkarriere begann er beim russischen Radio und Fernsehen, doch 2014 verließ er Russland und begründete seine Entscheidung mit der Unvereinbarkeit der Position der dortigen Medien mit dem Krieg gegen die Ukraine. Von 2012 bis 2022 moderierte er die Talkshow „Говорить Україна' (Die Ukraine spricht) auf dem Fernsehsender „Україна', und seit 2023 wechselte er zu „1+1 Україна', wo er die gesellschaftliche Talkshow „Говорит вся страна' (Das ganze Land spricht) moderiert. Nach Beginn der großangelegten Invasion blieb Suchanow in Kiew und schloss sich der territorialen Verteidigung der Hauptstadt an. Seine philosophischen Aussagen über den Tod und den Sinn des Lebens, die im Interview mit Styler fielen, fügen sich in den allgemeinen Kontext einer öffentlichen Figur ein, die sich über Jahrzehnte im ukrainischen Medienraum ein festes Bild als „Mensch, der seinen Weg gegangen ist' geschaffen hat.
Widersprüchliche Angaben
In den vorliegenden Quellen wurden keine wesentlichen faktischen Widersprüche zum Thema des Interviews festgestellt. Der einzige Nuance: In der biographischen Notiz von Styler heißt es, Suchanow habe „Говорить Україна' von 2012 bis 2022 moderiert, während sein Umzug aus Russland auf 2014 datiert wird. Das bedeutet, dass die ersten zwei Jahre seiner Tätigkeit im ukrainischen Fernsehen (2012–2014) auf eine Zeit fielen, in der er formal noch die russische Staatsbürgerschaft oder einen doppelten Status haben konnte. Die Tatsache, dass er die Sendung ab 2012 auf dem Sender „Україна' moderierte, wird jedoch im Quellentext bestätigt, und weitere Abweichungen in Daten oder Zahlen zwischen den angeführten Materialien wurden nicht festgestellt.