In Hongkong endete eine der spektakulärsten Etappen der Fechtweltmeisterschaften 2026. Das Hauptereignis des Turniers für die ukrainische Nationalmannschaft war der sensationelle Sieg der Degenfechterin Alina Polosjuk, die eine Bronzemedaille errang. Dieser Erfolg war historisch: Zum ersten Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaften konnte eine ukrainische Sportlerin im Einzelwettbewerb im Damen-Degenfechten auf das Podest steigen.

Der Weg zur Sensation und der Sieg über die Ranglistenführerin

Der Weg zur Medaille war für Polosjuk nicht einfach. In den Vorläufen musste die Ukrainerin starke Gegnerinnen aus China, Spanien und Moldawien bezwingen. Huang Qianqian, Maria Marino und Adeline Senik wurden Opfer der präzisen Technik und des Siegeswillens von Alina.

Der eigentliche Wendepunkt war jedoch das Viertelfinale. In diesem Duell stand Polosjuk Martina Batini gegenüber – einer dreifachen Weltmeisterin und aktuellen Spitzenreiterin der Weltrangliste. Der harte Kampf endete zugunsten der Ukrainerin, was ihr sofort mindestens eine Bronzemedaille sicherte und für wahren Aufsehen in der Fechtwelt sorgte.

Das Halbfinale gegen eine Legende

Im Halbfinale traf Alina auf eine Legende des internationalen Fechtens, die 38-jährige Italienerin Arianna Errigo. Die erfahrene Sportlerin verfügt über 10 Weltmeistertitel und 16 Europameisterschaftstitel. Trotz des kühnen Spiels von Polosjuk gelang der Einzug ins Finale nicht: Errigo gewann deutlich mit 15:7.

Interessanterweise werden sich im Finale der Weltmeisterschaft zwei italienische Vertreterinnen gegenüberstehen: Arianna Errigo und Martina Favaretto.

Die Ergebnisse für die ukrainische Nationalmannschaft

Die Medaille von Alina Polosjuk war die erste für die ukrainische Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026. Die anderen ukrainischen Degenfechterinnen – Daria Myroniuk, Kristina Petrova und Olga Sopit – schieden bereits in der 1/32-Final-Runde aus.

Vor dem Turnier wurde in den Medien die Teilnahme von Fechtern aus Russland und Belarus diskutiert, die dank einer juristischen Lücke wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen durften. Doch genau die ukrainische Sportlerin wurde zur Haupttriumpheurin des Turniers und bewies, dass im Fechten, wie im Leben, derjenige gewinnt, der bereit ist, bis zum Ende durchzuhalten.