Der globale Wettlauf im Weltraum um den Zugang zum Internet erreicht ein neues Niveau. Der Technologiegigant Amazon hat offiziell seine Absicht bekundet, eine eigene Satellitenkonstellation zu etablieren, die mobile Kommunikation an jedem Punkt des Planeten ermöglichen soll. Der Plan ist ehrgeizig: Der Start von mehr als 5000 Satelliten, die der Monopolstellung des Starlink-Dienstes von Elon Musks Unternehmen SpaceX eine Absage erteilen sollen.

Offizieller Start der Mission

Der erste Schritt zur Umsetzung dieses Großprojekts war die Einreichung eines Antrags bei der Federal Communications Commission (FCC) der USA. In dem Dokument hat Amazon seine Pläne dargelegt und erwartet nun die offizielle Genehmigung für den Bau und den Betrieb des Netzwerks. Laut der Roadmap des Unternehmens ist die vollständige Inbetriebnahme des Systems und die Erreichung der geplanten Kapazität für das Jahr 2028 geplant.

Die neue Satelliteninfrastruktur wird sich nicht nur auf die Datenübertragung beschränken. Nach den Vorstellungen der Entwickler soll das System Sprachkommunikation, den Nachrichtenaustausch sowie den Zugang zu Notdiensten unterstützen. Dies eröffnet Möglichkeiten für die Nutzung des Dienstes in abgelegenen Regionen, in denen die terrestrische Infrastruktur fehlt oder zerstört ist.

Wettbewerb mit dem Monopolisten

Der Markt für Satelliteninternet wird derzeit praktisch vollständig vom Dienst Starlink kontrolliert. Amazon jedoch, das auf mobile Kommunikation setzt, beabsichtigt, das Kräfteverhältnis zu verändern. Die Anfrage an die Regulierungsbehörde demonstriert die Ernsthaftigkeit der Absichten des Unternehmens, sich eine Nische im Weltraumsegment der Telekommunikation zu sichern.

Geopolitischer Kontext und die russische Bedrohung

Die Entwicklung von Satellitentechnologien findet vor dem Hintergrund scharfer geopolitischer Debatten statt. Der Milliardär Elon Musk hatte zuvor erklärt, dass die russische Armee Starlink-Terminals über Schmuggelkanäle erhalten habe. Als Reaktion darauf sah sich SpaceX gezwungen, eine „Whitelist' von Nutzern einzuführen, um ungewünschten Kunden den Zugang zum Dienst zu verwehren. Musk betonte, dass das Unternehmen die Ausrüstung den Besatzern niemals direkt verkauft habe.

Die Antwort Russlands

Als Antwort auf die technologische Dominanz westlicher Unternehmen aktiviert Russland ebenfalls seine eigenen Weltraumprogramme. Die zweite Charge einheimischer Satelliten „Rasswet', die als Analogon zu Starlink dienen sollen, wurde bereits in die Umlaufbahn gebracht. Obwohl die Geräte noch ihre Plätze in der Satellitenkonstellation einnehmen, erwarten Experten, dass dies in naher Zukunft geschehen wird, was den Wettbewerb im Orbit verstärken wird.