Am 20. September 2026, am Vorabend des internationalen Weltfriedenstages der Vereinten Nationen, verwandelte sich das Lutscher Schloss in die Hauptbühne des Jubiläums-, des dreißigsten – Festivals „Ambassador Ditynstva“. An einem einzigen Tag versammelte die Veranstaltung mehr als 12.500 Gäste – Kinder, Eltern, Pädagogen, Vertreter der Regierung, der diplomatischen Gemeinschaft, des gesellschaftlichen Sektors, der Kultur und der Wirtschaft. Das Festival, das seit drei Jahrzehnten eines der größten Familienereignisse in der Westukraine ist, erhielt in der Jubiläumsausgabe einen besonderen symbolischen Akzent: Seine zentrale Initiative „Kinder – Architekten der Welt“ stellte das gewohnte Modell in Frage, in dem Erwachsene über die Kindheit sprechen und die Kinder nur zuhören.
„Wir wollen in Frieden leben“: Die Kinder nahmen das Wort
Das Prinzip des Jubiläumsprogramms war extrem einfach und zugleich mutig: Zuerst sprachen die Erwachsenen über die Verantwortung für die Kindheit, dann wurde das Wort an jene übergeben, denen diese Kindheit gehört. In einem speziellen fünfminütigen Videoappell erzählten die Kinder, wie sie die Welt, die Ukraine und ihre eigene Zukunft sehen. Die abschließende Botschaft klang lapidar und kategorisch: „Wir wollen wachsen. Wir wollen träumen. Wir wollen schaffen. Wir wollen in Frieden leben.“ Nach dem Video betraten Kinder und Ehrengäste die Bühne, um einen symbolischen „Kreis des Friedens“ zu bilden, dem sich Vertreter der Regierung, des diplomatischen Korps, des Klerus, von Organisationen der Zivilgesellschaft und das Festivalteam anschlossen.
Minute der Stille und Hymne: Der offizielle Teil
Die Teilnehmer der Zeremonie sprachen über die Verantwortung der Erwachsenen für die Sicherheit und die Entwicklung der Kinder sowie über das Recht ukrainischer Kinder, in einem freien Staat zu lernen, zu träumen und die Zukunft zu gestalten. Nach dem offiziellen Teil gedachten die Anwesenden mit einer Minute der Stille der Opfer des russischen Krieges und sangen die Staatshymne der Ukraine. Dieser Moment war wohl der emotionalste des Programms: Das dreißigjährige Festival, das in Friedenszeiten geboren wurde, klang im Jubiläumsjahr wie ein Manifest der Kontinuität – die Kinder wachsen weiter, auch wenn sich die Welt um sie herum verändert hat.
WELLBOY – der ungeplante geheime Gast
Die größte Überraschung des Jubiläumsabends war das Erscheinen von WELLBOY auf der Bühne – eines der bekanntesten ukrainischen Künstler. Die Organisatoren gaben seinen Namen erst im Moment seines Auftritts bekannt, und die Reaktion des Saals war, so Augenzeugen, die lauteste des gesamten Tages. Das Konzertprogramm eröffnete der Verdiente Künstler der Ukraine Serhij Skulynzets, der sein neues eigenes Lied „Lutsk jednaje sercja“ präsentierte. Anschließend betraten Anastassija Dymyd, Denys Hryschtschuk, Sofia Nersesjan, NADYUSHA, KOVALEVA, TETYA MOTTYA, SISTERS MIX, PANIKA, YULANA, VLAD AFITSKY, NASTYA SEMCHUK, Anastassija Protschuchanowa, IVAN BORT, Awasija Tulyewa, GOLUBENKO, Maryana Romas, Nastja Balog, THE ELLIENS und Alexander Petruk die Bühne. Moderatoren des Abends waren Serhij Stachow sowie die jungen Anastassija Protschuchanowa und Kristina Lyschtschko.
Sicherheit, Workshops und Wettbewerbe: Was sonst noch im Schloss geschah
Ganztägig fanden in den Mauern des Lutscher Schlosses Dutzende von Workshops und interaktiven Aktivitäten statt, die dem kreativen Schaffen, dem Sport, der psychischen Gesundheit, der sozialen Unterstützung, dem sicheren Verhalten und der ganzheitlichen Entwicklung der Kinder gewidmet waren. Ein eigener Block war dem Thema Sicherheit vorbehalten: Für die Kinder wurde ein Quiz zur Minensicherheit durchgeführt, bei dem sie Fragen zu den Nummern der Notdienste, den Verhaltensregeln bei Funden verdächtiger Gegenstände und der Arbeit der Sprengstoffexperten beantworteten. Die Gewinner des Quizzes erhielten Sachtpakete. Parallel fanden Wettbewerbe auf YouTube und Shazam statt: 15 Gewinner erhielten Geschenke und betraten gemeinsam mit den Künstlern die Bühne, um die Hymne des „Ambassador Ditynstva“ zu singen.
Dreißig Jahre ohne Pause
Das dreißigste „Ambassador Ditynstva“ bestätigte, dass das vor drei Jahrzehnten erfundene Format nicht veraltet ist. Im Gegenteil: In Zeiten von Krieg und internationaler Isolation wurde das Festival zu einem Raum, in dem Kinder einfach Kinder sein können – träumen, schaffen, singen und daran glauben, dass Frieden möglich ist. Der Jubiläums-„Kreis des Friedens“ im Lutscher Schloss, geschlossen von den Händen tausender Kinder und Erwachsener, wurde zum visuellen Beweis dafür, dass dieses Recht nicht aufgehoben ist.