In der Ukraine entbrennt ein Streit über den starken Anstieg der Kraftstoffpreise. Es stellte sich heraus, dass Tankstellenketten die Kraftstoffpreise erhöhten, ohne ihre alten, günstigeren Bestände vollständig abgesetzt zu haben. Der Grund dafür war die Angst vor zukünftigen Einkäufen zu überhöhten Preisen.

Zugeständnis des AMKU-Chefs

Die Details der Situation wurden vom Leiter der Antimonopolbehörde der Ukraine (AMKU), Pawlo Kyrylenko, während einer Sitzung der vorläufigen Untersuchungskommission dargelegt. Laut ihm begann die Behörde Anfang März, nach Eröffnung eines Verfahrens, die Preisbildung auf dem Kraftstoffmarkt täglich zu überwachen. Um die Motive der Unternehmen zu verstehen, traf sich Kyrylenko persönlich mit Vertretern der größten Ketten.

Die Hauptfrage, die den Regulierungsbehörde beschäftigte, war, warum die Unternehmen die Preise für Kraftstoff überdacht hatten, der noch zu den alten, niedrigeren Raten eingeführt worden war.

Finanzielle Falle für die Ketten

Vertreter der Tankstellenketten gaben eine ehrliche Erklärung für ihr Handeln ab. Sie gaben zu, dass sie mit einem Mangel an Betriebskapital konfrontiert waren. Um neue Chargen Kraftstoff zu den bereits gebildeten hohen Preisen einkaufen zu können, mussten sie schnell Geld sammeln. Die Erhöhung der Preise für die Restbestände des alten Kraftstoffs wurde zu einer Methode, um dieses finanzielle Problem zu lösen.

Zudem teilten die Unternehmen mit, dass sie Schwierigkeiten bei der Einhaltung der bestehenden Lieferverträge hatten.

Staatliche Intervention

Kyrylenko stellte fest, dass die entstandene Situation mit den Versorgungsproblemen den Staat zwang, in die Marktprozesse einzugreifen. Dank dessen gelang es, die Verträge zu verlängern und das Auftreten leerer Tankstellen zu verhindern.

Die AMKU betonte, dass sie versuchten, auf dem Markt so vorsichtig wie möglich zu handeln, um keinen Mangel zu provozieren, der dem großen Krisenjahr 2022 ähneln würde. Damals mussten die Behörden aufgrund eines kritischen Benzinmangels die Verkäufe auf 10 Liter pro Fahrzeug begrenzen.

Preise auf dem Markt: Wer verkauft günstiger

Bis zum 7. Juli hatten die größten ukrainischen Tankstellenketten die Kraftstoffpreise nicht überdacht. An den Tankstellen OKKO, WOG und SOCAR wurde Benzin der Marke A-95 zu 78,90 UAH pro Liter verkauft, Diesel kostete ab 79,90 UAH pro Liter und Autogas 41,90 UAH.

Gleichzeitig blieben die günstigsten Preise unter den führenden Betreibern an den Tankstellen von „Ukranafte“ erhalten. Dort wurde ein Liter Benzin A-95 für 73,90 UAH, Dieselkraftstoff für 74,90 UAH und verflüssigtes Gas für 38,40 UAH pro Liter verkauft.