Der ukrainische Stylist und Designer André Tan analysierte in einem Video auf seinem Instagram-Kanal, welche Jeans-Schnitte heutzutage selbst ein Basic-Outfit veraltet wirken lassen können. Nach seinen Worten bleiben Schnitt, Passform und Anzahl der dekorativen Details die wichtigsten Kriterien – insbesondere wenn es um Trends aus den 2000er-Jahren geht, die wieder in Mode gekommen sind. Die Analyse veröffentlichte das Projekt Styler von RBC-Ukraine (styler.rbc.ua), das sich auf die Aufnahme des Designers bezog.

Skinny: Wenn der enge Schnitt zum Problem wird

Als erster „Anti-Schnitt“ in Tans Liste erwiesen sich zu enge Skinny-Jeans – Modelle, die die Beine über die gesamte Länge eng umschließen und kaum Bewegungsfreiheit lassen. Der Designer rät, sich nicht nur aus Nostalgie an solchen Stücken festzuhalten, und bemerkte scherzhaft, dass man sie loslassen sollte, wenn man anhand der Beine in den Jeans Anatomie studieren kann. Dabei sind Skinny nicht vollständig aus der Mode verschwunden: Unzeitgemäß wirkt gerade ihre extrem enge Version, während lockerere Silhouetten im Trend bleiben.

Niedrige Taille: Die Ästhetik der Mitte der 2000er-Jahre

Das zweite Modell, von dem Tan abrät, sind Jeans mit extrem niedriger Taille, insbesondere Varianten, die den beliebten Modellen der Mitte der 2000er-Jahre nachempfunden sind. Die niedrige Taille war einst einer der wichtigsten Trends, doch heutzutage können übermäßig niedrige Jeans veraltet wirken, wenn ihr Design die Ästhetik des Jahres 2007 kopiert. Der Designer räumt ein, dass die Mode Trends vergangener Jahrzehnte ständig zurückbringt, betont aber: Nicht jedes neu populär gewordene Stück muss automatisch wieder in den Kleiderschrank zurückkehren. Als stilistisch sicherere Wahl nennt er Jeans mit mittlerer oder hoher Taille.

Zerrissene Jeans: Wo verläuft die Grenze?

Der dritte Anti-Trend sind Jeans mit einer übermäßigen Anzahl großer Löcher und einem sehr starken Used-Effekt. Wenn auf dem Kleidungsstück nur noch sehr wenig Stoff übrig ist und große Löcher einen Großteil des Materials einnehmen, sieht diese Kleidung nach Tans Worten nicht stilvoll, sondern einfach abgenutzt aus – er verglich solche Jeans mit einer „Erinnerung an Kleidung“. Das bedeutet nicht, ganz auf zerrissene Dekoration zu verzichten: Sauber abgenutzte Stellen und einige kleine Öffnungen sind im Alltagslook erlaubt, wichtig ist nur, nicht mit der Anzahl der Details zu übertreiben.

Was der Designer statt der Anti-Trends empfiehlt

Statt zu enger Skinny, extrem niedriger Taille und Jeans mit riesigen Löchern rät Tan, auf modernere Silhouetten zu achten: Universell bleiben gerade Jeans, Modelle mit lockerem Schnitt und weite Schnitte. Ihr Vorteil – die leichte Integration in den Alltagskleiderschrank: Sie passen gut zu Basic-T-Shirts ebenso wie zu voluminösen Pullovern, Jacken und trendiger Schuhen.

Mode als Selbstausdruck und nicht als strenge Verbotsliste

Wichtig ist, die Liste der Anti-Trends nicht als Verbot, sondern als Orientierung zu verstehen: Mode ist in erster Linie eine Form der Selbstdarstellung, und Stücke vergangener Saisons können weiterhin favorisiert werden. Doch wenn das Ziel ein moderner Look ist, sollte man Passform, Schnitt und Anzahl der dekorativen Details an den Jeans kritisch bewerten. Zuvor hatte Styler auch analysiert, ob helle Jeans die Figur optisch verzerren.