Der ukrainische Designer und Stylist Andre Tan hat in einem neuen Instagram-Video, auf das das Projekt Styler von RBC-Ukraine aufmerksam gemacht hat, direkt mit einem der hartnäckigsten Mythen der Alltagsmode gebrochen: dem, dass „Schwarz immer schlank macht“. Seiner Meinung nach ist es ein Fehler, sich ausschließlich auf die dunkle Farbe zu verlassen – sie schadet der Silhouette oft mehr, als dass sie hilft. Als entscheidendes Argument nannte er nicht den Farbton des Stoffes, sondern den Schnitt, die Passform und die Proportionen des Kleidungsstücks.

Der Mythos vom „schlank machenden“ Schwarz

Tan räumte ein, dass dunkle Töne tatsächlich eine nützliche Funktion erfüllen: Sie bündeln die Silhouette und machen deren Konturen weniger deutlich. Allerdings sei dieser Effekt nach seiner Einschätzung nicht ausreichend, damit eine Person objektiv schlanker wirkt. „Die Farbe Schwarz macht Sie von allein nicht schlanker. Ja, sie kann Ihre Silhouette vielleicht etwas bündeln und ihre Konturen weniger deutlich machen, aber wenn das Kleidungsstück die falsche Länge hat, schlecht sitzt oder Volumen hinzufügt, rettet Sie Schwarz nicht“, erklärte der Designer. Die Farbe allein wirkt also nur als minimaler, nicht aber als entscheidender Faktor.

Der Schnitt ist wichtiger als die Farbe

Die zentrale These des Stylisten lautet, dass ein misslungener Schnitt in keiner Farbe verziehen wird. Ungeformte Kleidung in einer großen Größe kann seiner Meinung nach selbst bei vollständig schwarzer Farbe die Silhouette massiver erscheinen lassen, statt ihre Mängel zu verbergen. Eine helle Sache mit korrekter Passform erzielt hingegen das Gegenteil: Ein heller Blazer mit klarer Schulterlinie streckt die Figur optisch und macht sie schlanker. Der Schluss, den Tan zieht, ist eindeutig: Das Geheimnis eines schlanken Looks liegt nicht darin, sich ausschließlich in Schwarz zu kleiden, sondern darin, Form und Proportionen richtig einzusetzen.

Details, die die Silhouette strecken

Der Designer nannte konkrete konstruktive Elemente, auf die man bei der Kleidungswahl achten sollte. Erstens müssen Oberteil und Unterteil des Outfits harmonisch zueinanderpassen: Eine unglückliche Länge oder ein falsches Verhältnis der Volumina kann die Silhouette selbst in dunkler Kleidung optisch verzerren. Zweitens helfen vertikale Akzente – lange Revers eines Blazers, vertikale Nähte und andere Details, die eine „von oben nach unten“-Richtung bilden, die die Figur streckt und eine schlankere Kontur erzeugt.

Hoher Bund und präzise Länge

Separat hob Tan den hohen Bund von Hosen, Jeans oder Röcken als eines der einfachsten Werkzeuge zur Korrektur der Proportionen hervor: Er betont die Taille und streckt die Beine optisch. Der Stylist betonte auch, dass selbst wenige Zentimeter Länge deutlich beeinflussen können, wie die Figur wahrgenommen wird; daher sei es wichtig, nicht nur modische Trends, sondern auch die eigenen Proportionen zu berücksichtigen. Ein Kleidungsstück müsse seiner Formulierung nach „für Sie arbeiten“ und nicht einfach nur eine modische Farbe haben: Sowohl zu weite als auch zu enge Kleidung kann unabhängig von ihrer Farbe – schwarz oder hell – ein unerwünschtes Volumen erzeugen.

Schwarz bleibt im Kleiderschrank

Tan rät jedoch nicht, die Farbe Schwarz aus dem Kleiderschrank zu streichen: Sie bleibt universell, lässt sich leicht mit anderen Tönen und Stilen kombinieren. Die Einschränkung betrifft nur ein Ziel – „automatisch“ schlanker zu wirken. „Deshör auf, dich von Kopf bis Fuß in Schwarz zu verstecken, nur weil du zufällig schlanker aussehen willst. Das wird nicht passieren. Nicht die Farbe macht die Figur, das macht der richtige Schnitt“, betonte der Designer. Der praktische Rat lässt sich einfach zusammenfassen: Bevor man automatisch ein vollständig schwarzes Outfit „für Schlankheit“ wählt, sollte man zunächst die Silhouette des Kleidungsstücks bewerten – manchmal macht ein gut gewählter heller Blazer oder Kleidung mit klarem Schnitt mehr für die Figur als ein ungeformtes dunkles Ensemble.