Google hat den Ansatz zur Sicherheit mobiler Geräte in der kommenden Version Android 17 grundlegend überarbeitet. Laut technischen Details, die vom Branchenexperten Mihael Rahman enthüllt wurden, führt das neue Betriebssystem aggressive Schutzmechanismen ein, die das Knacken von Smartphones durch Brute-Force-Angriffe praktisch unmöglich machen sollen.

Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf einen Thread des Experten in der sozialen Netzwerk X berichtet, waren die Schutzalgorithmen in früheren Versionen des Betriebssystems, insbesondere in Android 16, relativ tolerant gegenüber Eingabefehlern. Dies schuf erhebliche Risiken: Angreifer oder automatisierte Systeme (wie Cellebrite) hatten großen Spielraum.

Das Ende der Ära des Passwort-Brute-Forcing

Beginnend mit dem Zwischenupdate Android 16 QPR2 und fortschreitend zum Basiscode von Android 17 ändern sich die Spielregeln. Im neuen System wird eine strenge Beschränkung eingeführt: Nach 20 fehlgeschlagenen Versuchen, das Passwort einzugeben, akzeptiert das Gerät keine weiteren Eingaben mehr.

Google begründet diese radikalen Maßnahmen damit, dass Benutzer selten komplexe zufällige Kombinationen verwenden. Häufiger wählen Menschen vorhersagbare Codes, Geburtsdaten oder Jahrestage. Mit dem alten Limit von 1800 Versuchen konnte ein Krimineller, der über minimale Informationen über das Opfer verfügte, das Passwort garantiert erraten. Das neue Limit von 20 Versuchen reduziert diese Chance auf null.

Zum Vergleich: In Android 16 stiegen die Zeitlimits langsam an: von 10 Stunden für die ersten Minuten bis zu 5 Jahren für 1800 Versuche. Android 17 verwendet standardmäßig eine strengere Frequenzbegrenzung (Rate-Limiting).

Schutz vor versehentlicher Sperrung

Die Einführung einer so strengen Beschränkung birgt auch Risiken für normale Smartphone-Besitzer, die ihr Passwort vergessen oder bei der Eingabe versehentlich einen Fehler machen könnten. Um das Risiko einer vollständigen Sperrung aufgrund von Unachtsamkeit zu minimieren, haben die Entwickler eine Funktion zur Erkennung von Duplikaten (Duplikationsausnahme) implementiert.

Das System kann nun das Wiederholen derselben falschen Kombination festhalten. Wenn ein Benutzer denselben falschen Code mehrmals hintereinander eingibt (z. B. aufgrund eines klemmenden Sensors oder eines Fehlers), werden diese duplizierten Eingaben nicht auf das gesamte kritische Limit angerechnet. Der Sperrbildschirm zeigt eine spezielle Meldung an, dass der wiederholte Code ignoriert wurde.

Verbesserung der Benutzeroberfläche bei Sperrung

Neben den logischen Änderungen wird Google auch die visuelle Darstellung von Sperren aktualisieren. Anstatt verwirrender Sekunden-Zähler (z. B. „Versuchen Sie es in 60 Sekunden erneut“) wird Android 17 auf verständliche Zeiteinheiten wie „Versuchen Sie es in 30 Minuten erneut“ umstellen.

Zusätzlich wird auf dem gesperrten Bildschirm ein direkter Link erscheinen, der einen schnellen Übergang zur Wiederherstellung des Kontos von einem anderen vertrauenswürdigen Gerät ermöglicht, was den Prozess der Wiederherstellung des Zugriffs auf das Telefon im Falle eines verlorenen Passworts vereinfacht.