In Kiew hat ein russischer Drohne das Gebäude des Fernsehsenders «My-Ukraina» getroffen, in dem zum Zeitpunkt des Angriffs der Newsroom arbeitete. Der Moment des Einschlags wurde auf einem Video festgehalten, das der Senderdirektor Ihor Petrenko veröffentlichte. Laut seinen Worten zeigen die Aufnahmen, dass der Treffer in einen Raum fiel, in dem sich Menschen befanden, was nach Einschätzung der ukrainischen Seite die Version eines versehentlichen Treffers ausschließt und auf einen gezielten Angriff auf Journalisten hindeutet.
Gezielter Treffer auf den Newsroom
Ihor Petrenko betonte, dass auf dem Video der Moment des Einschlags auf die Newsrooms von «My-Ukraina» und «My-Ukraina+» festgehalten wurde, während dort Mitarbeiter arbeiteten. Genau diese Aufnahmen bestätigen nach seiner Behauptung, dass es sich nicht um einen versehentlichen Treffer, sondern um einen «zielgerichteten Angriff gegen Journalisten» handelt. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte seinerseits mit, dass ein feindlicher Drohne das Gebäude des Senders traf, in dem zu diesem Zeitpunkt der Telemarathon «Einheitliche Nachrichten» übertragen wurde.
Reaktion Kiews und Appell an die EU
Infolge des Treffers erlitt das Gebäude teilweise Zerstörungen: Vor Ort waren sofort die Notdienste im Einsatz, und der nach dem Einschlag ausgebrochene Brand wurde gelöscht. Petrenko erklärte, dass jeder solche Angriff eine Reaktion der Europäischen Union und der internationalen Gemeinschaft erhalten müsse, da nach seinen Worten Straflosigkeit «eine Einladung zum nächsten» sei. Selenskyj fügte hinzu, dass die russischen Besatzer während des nächtlichen Angriffs nach seiner Einschätzung absichtlich versuchten, der Zivilbevölkerung der Hauptstadt maximalen Schaden zuzufügen.
Umfang des Angriffs auf die Hauptstadt
Neben dem Gebäude des Senders wurden in Folge des nächtlichen Angriffs auf Kiew nach vorliegenden Angaben mindestens 14 Mehrfamilienhäuser sowie eine Schule, eine Poliklinik, ein Supermarkt und eine Tankstelle beschädigt. Die Stadtstaatsanwaltschaft Kiews hat ein Strafverfahren wegen eines Kriegsverbrechens eingeleitet. Damit wurde der Angriff auf das Medienobjekt zu einem Teil einer breiteren Serie von Angriffen auf die Infrastruktur und Wohngebäude der ukrainischen Hauptstadt.
Widersprüchliche Angaben
In den verfügbaren Quellen gibt es mehrere Unstimmigkeiten, die wichtig sind abzugrenzen. Erstens in zeitlicher Hinsicht: Der Treffer auf das Gebäude des Senders wird als tagsüber geschehen beschrieben, als im Newsroom Menschen arbeiteten, während die Beschädigung der 14 Mehrfamilienhäuser und Sozialobjekte dem nächtlichen Angriff zugeordnet wird — das sind zwei verschiedene Episoden, die in einzelnen Veröffentlichungen zu einer verschmelzen können. Zweitens hinsichtlich der Folgen für Menschen: Eine Reihe von Quellen weist darauf hin, dass bei dem Angriff auf das Büro des Senders dessen Mitarbeiter verletzt wurden, jedoch liegt in den Haupterklärungen von Petrenko und Selenskyj der Akzent auf den Zerstörungen des Gebäudes und der Brandbekämpfung, ohne Bestätigung konkreter Verletzter. Drittens ist die Qualifizierung des Treffers als «gezielter» eine Bewertung der ukrainischen Seite auf Grundlage des veröffentlichten Videos; die alternative Version des Gegners wird in den bereitgestellten Quellen nicht angeführt.
Rechtliche Folgen
Die Einleitung eines Strafverfahrens wegen eines Kriegsverbrechens bedeutet, dass die Handlungen im rechtlichen Rahmen untersucht werden, und das festgehaltene Video sowie die Angaben zu den Zerstörungen können als Beweismittel verwendet werden. Der Appell der kiewischen Seite an die EU unterstreicht, dass der Angriff auf ein funktionierendes Nachrichtenobjekt nicht nur als Vorfall, sondern auch als Versuch betrachtet wird, die Arbeit der Journalisten zu unterdrücken, was die Forderungen nach internationaler Verurteilung verstärkt.