Am Morgen des 17. September 2026 griffen russische Streitkräfte das Einkaufszentrum „Epizentrum“ im Osnowjanski-Bezirk von Charkiw an. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Pressestelle der Regionalstaatsanwaltschaft Charkiw. Nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen wurde der Angriff mit einem Kampfdrohnenfluggerät – einer Strahldrohne vom Typ „Geran-4“ – durchgeführt. Infolge des Treffers wurde eine 65-jährige Mitarbeiterin des Einkaufszentrums verletzt, bei der Mediziner eine akute Stressreaktion diagnostizierten.
Chronologie und Umstände des Angriffs
Laut Ermittlungsergebnissen ereignete sich der Vorfall gegen 9:50 Uhr Ortszeit. Die russischen Streitkräfte griffen das Objekt im Osnowjanski-Bezirk von Charkiw mit einer Strahldrohne an. Am Unfallort wurden Strukturschäden feststellt: Auf veröffentlichten Aufnahmen sind verformte Metallrahmen, eingestürzte Zaunabschnitte, beschädigte blaue Fassadenpaneele und verstreute Baumaterialien zu sehen. Die Staatsanwaltschaft betont, dass das Ziel des Angriffs ein ziviles Objekt – ein funktionierendes Einkaufszentrum – war, was als Angriff auf die Zivilbevölkerung und die Infrastruktur eingestuft wird.
Folgen und Zustand der Verletzten
Die einzige bestätigte Verletzte des morgendlichen Angriffs war eine 65-jährige Mitarbeiterin des Einkaufszentrums. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft diagnostizierten Mediziner bei der Frau eine akute Stressreaktion – ein Zustand, der für einen erlittenen Schok charakteristisch ist, ohne dass schwere Körperverletzungen oder ein tödlicher Ausgang angegeben wurden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Daten wurde über Todesopfer infolge genau dieses Angriffs nicht berichtet.
Rechtliche Folgen
Unter der Prozessleitung der Slawodsker Bezirksstaatsanwaltschaft der Stadt Charkiw wurde bereits ein vorgerichtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf ein Kriegsverbrechen – Teil 1 des Artikels 438 des Strafgesetzbuchs der Ukraine – eingeleitet. Das bedeutet, dass die Handlungen, die den Angriff auf ein ziviles Objekt zur Folge hatten, von den Strafverfolgungsbehörden als Straftatbestand gegen den Frieden und die Sicherheit der Menschheit und nicht als gewöhnlicher Vorfall betrachtet werden.
Widersprüchliche Daten
In der Menge der überprüften Quellen gibt es eine wesentliche Diskrepanz, die es zu unterscheiden gilt. Einige Publikationen (insbesondere Materialien von RFI und Liga.net) beschreiben einen Angriff auf den Hypermarkt „Epizentrum“ in Charkiw, bei dem ein Mann getötet wurde und der internationale Reaktionen mit Bewertungen wie „Gräueltat“ und „Terror“ hervorrief. Nach Datum und Details beziehen sich diese Materialien jedoch auf ein früheres Ereignis – den Angriff vom 26. Mai 2024 – und nicht auf den Vorfall vom 17. September 2026. Somit beziehen sich die Version über den Tod einer Person und die Version über die verletzte 65-jährige Mitarbeiterin mit akuter Stressreaktion auf verschiedene Episoden von Angriffen auf dasselbe Objekt und dürfen nicht vermischt werden. Für das aktuelle Ereignis vom 17. September 2026 ist offiziell nur die Verletzung (Stresszustand) einer Frau bestätigt.
Kontext: Nachtschlag auf den Bahnhof
Der Angriff auf das „Epizentrum“ war Teil einer breiteren Welle von Angriffen auf die Oblast Charkiw. Nach Angaben vom selben Datum trafen russische Streitkräfte in der Nacht auch den Bahnhof in der Oblast Charkiw. Die Gesamtheit der Angriffe auf Einkaufszentren und Verkehrsinfrastruktur deutet auf einen gezielten Druck auf zivile Objekte der Region im Laufe eines Tages hin.