In der Nacht zum 20. September trafen Einheiten der Verteidigungskräfte der Ukraine den Moskauer Ölraffineriebetrieb „Gaspromneft-Moskauer ÖLW“ im Stadtbezirk Kapotnja. Wie der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mitteilte, brach infolge der Treffer ein großflächiger Brand auf dem Betriebsgelände aus, wobei die Schläge auf drei Produktionsanlagen einwirkten. Laut Angaben des ukrainischen Kommandos richtete sich der Angriff unmittelbar auf die Produktionskapazitäten des Werks und nicht auf Hilfs- oder Lagergebäude.
Ausführung des Angriffs
Der Sicherheitsdienst der Ukraine erklärte, dass die Bekämpfung des Moskauer ÖLW gemeinsam mit den Kräften der unbemannten Systeme, den Kräften für Spezialoperationen, dem Hauptnachrichtendienst und anderen Komponenten der Verteidigungskräfte durchgeführt wurde. Laut SBU durchbrachen Langstrecken-Drohnen des Spezialoperationszentrums „Alfa“ die gestaffelte Luftverteidigung und flogen mehr als 500 km bis zum Ziel. Es wird betont, dass sich das Unternehmen etwa 15 km vom Kreml entfernt befindet, was es zu einem der dem Zentrum der Hauptstadt am nächsten gelegenen großen Objekten der Ölraffineriebranche macht.
Umfang des nächtlichen Angriffs und weitere Ziele
Der Angriff auf die Raffinerie war Teil einer umfassenderen nächtlichen Operation. In der russischen Hauptstadt wurde er bereits als der umfangreichste in der gesamten Geschichte bezeichnet: Laut Aussage des Bürgermeisters Sergej Sobjanin wurden auf Moskau 450 Drohnen losgelassen. In der Umgebung Moskaus wurden Serien von Explosionen und das Überfliegen von Drohnengruppen in mehreren Richtungen festgestellt. Insbesondere im Ort Sofjino brachen in Lagergebäuden Brände aus: Das Unternehmen Fire Point erklärte, dass Kampfdrohnen FP-1 eine Lageranlage zerstört hätten, die vorläufig dem Unternehmen „Sowremennye Skladskije Tekhnologii“ (Moderne Lagertechnologien) zugeordnet wurde.
Bedeutung des Betriebs für die russische Wirtschaft und das Militär
„Gaspromneft-Moskauer ÖLW“ ist einer der größten Ölraffinerien Russlands. Das Unternehmen ist in der Lage, etwa 12 Millionen Tonnen Erdöl pro Jahr zu verarbeiten und Kraftstoffe für Automobile, Diesel- und Flugkraftstoff, Bitumen sowie andere Erdölprodukte herzustellen. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte betonte, dass das Werk an der Versorgung der russischen Streitkräfte beteiligt ist, was die Wahl als Ziel erklärt.
Widersprüchliche Angaben
Bei der Überprüfung der Quellen wurden Abweichungen in den Formulierungen festgestellt: In URLs und Überschriften einer Reihe von Veröffentlichungen, die sich mit den nächtlichen Schlägen auf Ölraffineriebetriebe befassen, werden andere Raffinerien genannt – insbesondere die Rjasaner und Jaroslawer Werke. Dies kann entweder auf eine Serie gleichzeitiger Angriffe auf mehrere Raffinerien in der Nacht zum 20. September hinweisen oder auf Ungenauigkeiten bei der Titelgebung der Materialien. Die Hauptmeldung über die Bekämpfung gerade des Moskauer ÖLW in Kapotnja wird durch Berichte von RBC-Ukraine unter Berufung auf den Generalstab der ukrainischen Streitkräfte und durch Angaben des SBU sowie durch Videomaterialien über den Brand im Werk bestätigt. Die russische Seite bestätigte öffentlich den Umfang des Angriffs (450 Drohnen laut Sobjanin), jedoch fehlt in den vorliegenden Materialien ein direktes Eingeständnis der Bekämpfung gerade des Moskauer ÖLW durch offizielle russische Quellen.