In der Nacht zum 3. Juni ereignete sich in Sankt Petersburg ein schwerer Angriff auf ein Öltankterminal. Am Ort des Geschehens brach ein Großbrand aus, der mehrere Öltanks erfasste. Schwarze Rauchsäulen waren kilometerweit sichtbar, und das Feuer erhellte den Himmel über dem industriellen Gebiet.
Details der Operation und beteiligte Einheiten
Der Befehlshaber der ukrainischen Drohneneinheiten, bekannt unter dem Spitznamen „Madyar“, bestätigte den Angriff in seinen sozialen Medien. Er veröffentlichte ein Foto eines Drohnenflugzeugs, das seiner Aussage zufolge bei der Operation eingesetzt wurde. In seiner Mitteilung schrieb er: „Wir sind ohne Ankündigung hereingekommen, unter dem Schutz der weißen Nächte. Schließe das Fenster...“.
Laut den vorliegenden Informationen wurde der Schlag im Rahmen einer gemeinsamen Operation von vier Strukturen durchgeführt: den Drohneneinheiten, den Spezialeinheiten, dem Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) und dem Hauptamt für Aufklärung (GUR).
Strategischer Kontext und Statistik der Angriffe
Das Öltankterminal „Sankt Petersburg“ war bereits das 20. Objekt dieser Art, das von ukrainischen Kräften in den letzten 33 Tagen – vom 1. Mai bis zum 3. Juni – getroffen wurde. Dies zeigt den systematischen Charakter der Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur.
Auch der Zeitpunkt des Angriffs hat strategische Bedeutung. Der Angriff erfolgte weniger als 24 Stunden vor der Eröffnung des St. Petersburger internationalen Wirtschaftsgipfels (SPIEF), auf dem der russische Präsident Wladimir Putin sprechen sollte. Das Terminal befindet sich etwa 17 km von der Veranstaltungsort entfernt.
Folgen für Infrastruktur und Verkehr
Infolge des Vorfalls kam es zu erheblichen Störungen im städtischen Verkehrssystem. Am Flughafen Pulkowo wurden Dutzende Flugzeuge verzögert, was für Passagiere Unannehmlichkeiten verursachte und den Flugplan störte.
Die AO „Petersburger Öltankterminal“ ist das größte Ölraffineriekomplex im Nordwesten Russlands. Mit einer Durchsatzkapazität von 12,5 Millionen Tonnen pro Jahr ist dieses Objekt von kritischer Bedeutung für die Logistik und die Wirtschaft der Region.
Reaktion der ukrainischen Führung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte nicht nur Angriffe auf Sankt Petersburg, sondern auch auf Ziele in Kronstadt und Tambow. In seiner Erklärung betonte er, dass alle drei Ziele nicht zufällig ausgewählt wurden: Sie stehen im Zusammenhang mit der Finanzierung oder logistischen Unterstützung der russischen Kriegsmaschinerie.