Die Zahl der Todesopfer nach einem russischen Angriff auf die Siedlung Komyschuwacha in der Region Saporischschja ist auf 31 Menschen gestiegen, rund 50 weitere Bewohner werden vermisst. Dies gab der Leiter der militärischen Regionalverwaltung Saporischschja, Mychajlo Semykin, laut RBC-Ukraine während eines Telemarathons bekannt. Zuvor hatten offizielle Schätzungen 29 Tote genannt, doch im Zuge der fortgeschrittenen Such- und Rettungsarbeiten wurde die Zahl nach oben korrigiert. Laut Semykin wurden fünf Menschen verletzt, während das Schicksal von etwa 50 Siedlungsbewohnern zum Zeitpunkt der Erklärung unklar blieb.
Chronologie der Angriffe: Schule und Schutzraum
Wie die Publikation erinnert, hatte Russland Komyschuwacha am 2. November zweimal mit lenkbaren Flugbomben angegriffen – laut ukrainischen Quellen handelte es sich um FAB-3000-Bomben. Getroffen wurden eine Schule, in der zu diesem Zeitpunkt humanitäre Hilfe verteilt wurde, sowie ein Schutzraum, in dem sich Menschen befanden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Besatzer hätten gewusst, dass dort wöchentlich Hilfe ausgegeben werde, was den Angriff seiner Ansicht nach gezielt mache.
Rettungseinsatz und Zusammensetzung der Opfer
Am Ort des Geschehens laufe die Rettungs- und Suchaktion weiter, teilte Semykin mit und betonte, dass hinter jeder Zahl ein konkretes Menschenleben beziehungsweise eine Familie stehe. Nach Angaben des Staatlichen Notdienstes (DSNS) befanden sich unter den Toten zwei Retter – Denys Konowalenko und Oleksij Schuschewskyj – sowie vier Polizisten. Verletzte gab es nach Angaben ukrainischer Behörden unter anderem auch unter den Rettungskräften. Am Morgen des 3. November hatte die Regionalverwaltung noch von 48 Vermissten gesprochen, am Abend wurde diese Zahl als „etwa 50“ bezeichnet.
Nächtlicher massiver Angriff auf die Energieinfrastruktur
Der selbe Tag war auch von einem groß angelegten Schlag gegen die Energieinfrastruktur geprägt. Nach Angaben von Selenskyj hat Russland 289 Angriffsdrohnen, 17 Ballistikraketen und 59 Marschflugkörper abgefeuert, wobei Kraftwerke und Unterwerke in neun Regionen das Hauptziel waren. Der Sprecher der Luftstreitkräfte, Jurij Ihnat, präzisierte die Details: Ballistische Raketen schlugen gegen 3:00 Uhr nachts auf ukrainischem Gebiet ein, Marschflugkörper eher gegen Morgen.
Kontext und Folgen
Die Kombination aus einem gezielten Angriff auf eine Ortschaft und einem massiven Beschuss des Energiesystems zeige nach Einschätzung der ukrainischen Behörden den doppelten Charakter der Angriffe: Angriffe auf zivile Objekte und kritische Infrastruktur gleichzeitig. Die Such- und Rettungsarbeiten in Komyschuwacha dauern an, und endgültige Angaben zu Toten und Vermissten werden voraussichtlich im Zuge der Trümmerräumung präzisiert.