Die Nacht und der Morgen des 27. Juli wurden für die Ukraine zu einer Zeit beispielloser Anspannung. Russische Streitkräfte führten einen großangelegten Angriff durch, der mehrere Regionen erfasste. Die schwersten Zerstörungen und menschlichen Opfer wurden in Saporischschja, in der Region Sumy und in der Region Dnipro registriert. Nach den neuesten Angaben ist infolge der Angriffe mindestens eine Person getötet worden, Dutzende wurden verletzt.
Tragödie im regionalen Zentrum Saporischschja
Die schwerwiegendsten Folgen des Angriffs wurden in Saporischschja festgestellt. Eine gelenkte Luftmine traf ein Privathaus im regionalen Zentrum. Der Treffer erwies sich als tödlich für einen 67-jährigen Mann, der unter den Trümmern nicht überlebte.
Rettungskräfte führten eine komplexe Operation zur Räumung der Konstruktionen und zur Bergung der Verletzten durch. Aus den Ruinen desselben Hauses wurde ein 22-jähriger Mann lebend geborgen. Er befindet sich derzeit unter ärztlicher Beobachtung; seinem Leben droht keine Gefahr.
Gleichzeitig wurde in der Stadt ein Drohnenangriff auf ein mehrstöckiges Wohnhaus registriert. Infolge der Beschädigung von Wohnungen wurden eine 53-jährige Frau und ein 52-jähriger Mann verletzt. Am Tatort arbeiten paramedizinische Einheiten der Polizei, Ermittlungs- und operative Gruppen, Kriminaltechniker und Sprengstoffexperten.
Massive Angriffe auf die Region Sumy
Auch die Region Sumy wurde intensiv beschossen. Der Feind führte mindestens sieben Angriffe mit gelenkten Luftminen auf das Gebiet der Gemeinde Sumy durch. Infolge des Angriffs wurden fünf Zivilisten verletzt. Vorläufig gibt es unter ihnen keine Schwerverletzten.
Die Angriffe verursachten Schäden an privaten Wohnhäusern, Infrastruktureinrichtungen und Fahrzeugen. Die Untersuchung des Geländes dauert an, das volle Ausmaß der Zerstörungen wird noch geklärt.
Explosionen und Brände in Dnipro
In Dnipro führte der Angriff zu einem Brand auf dem Gelände eines Privathauses. Die starke Druckwelle beschädigte Fenster in mehreren Hochhäusern, Fahrzeuge und ein Geschäft wurden beschädigt.
Das Luftabwehrsystem der Region arbeitete im normalen Modus: Während der Nacht schlugen die Luftabwehrkräfte 15 feindliche unbemannte Fluggeräte (Drohnen) in verschiedenen Teilen der Region ab. Informationen über Verletzte in Dnipro werden noch überprüft.
Mangel an Luftabwehrmitteln und die Lage an der Front
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj enthüllte beunruhigende Details bezüglich der Verteidigungsfähigkeit des Landes. Nach seinen Worten fehlt der Ukraine kritisch an Raketen, um sich gegen massive Angriffe Russlands mit ballistischen Raketen zu schützen. Die Situation wird zusätzlich durch den Krieg im Nahen Osten verschärft, der Ressourcen und die Aufmerksamkeit der Verbündeten ablenkt.
Neben den aktuellen Ereignissen vom 27. Juli werden in Tschernihiw weiterhin die Folgen eines tödlichen russischen Angriffs beseitigt, der am Tag zuvor, am 26. Juli, stattgefunden hatte. Zu den Opfern jenes Angriffs gehörten drei Kinder; eine 9-jährige Mädchen kam ums Leben.