Die ukrainischen Angriffe auf russische Versorgungsrouten im Süden des Landes nehmen systematischen Charakter an. Laut einer Analyse des Instituts für Kriegsstudien (ISW), die von RBC-Ukraine veröffentlicht wurde, erzeugt eine Serie von Angriffen auf kritische Infrastrukturen einen Dominoeffekt, der die Vorbereitung russischer Truppen auf neue Offensive erheblich behindern könnte.
Kettenreaktion auf Logistikrouten
In der vergangenen Woche wurden sechs Brücken und wichtige Autobahnen, die die besetzte Region Cherson mit der Krim verbinden, von den ukrainischen Streitkräften (AFU) getroffen. Analysten stellen fest, dass die ukrainischen Streitkräfte die Kampagne mit Mittelstreckenraketen intensivieren und damit die Fähigkeit Russlands untergraben, die Logistikkorridore aus dem Südwesten Russlands in die Halbinsel sicher zu nutzen.
Experten prognostizieren, dass die Fortsetzung dieser Taktik einen kaskadierenden Einfluss auf die Lage im Kampfgebiet haben wird. Die Unterbrechung der Lieferketten schränkt nicht nur die Versorgung ein, sondern verursacht auch erhebliche Probleme für die Planung von Offensivoperationen durch den Gegner.
Kraftstoffmangel und Probleme der Besatzungsmacht
Die Folgen der Angriffe auf die Infrastruktur machen sich bereits vor Ort bemerkbar. Die russischen Besatzungsbehörden haben erhebliche Schwierigkeiten bei der Kraftstoffversorgung, insbesondere in Sewastopol. Der Benzinmangel auf der Krim ist laut ISW eine direkte Folge der Angriffe auf die Energie- und Logistikinfrastruktur.
Die Situation wird dadurch verschärft, dass die ukrainischen Verteidigungskräfte offenbar einen taktischen Vorteil bei der Nutzung von Drohnen erlangt haben. Dies ermöglicht es nicht nur, die Logistik zu stören, sondern auch die Verluste des Gegners vor dem Hintergrund einer sinkenden Effizienz der Mobilisierung in Russland zu erhöhen.
Chronologie der Zerstörung: Von der Tschongar-Brücke bis zur Arabat-Pfeil
Ein Schlüsselereignis in dieser Kampagne war der Angriff auf die Tschongar-Brücke. Die Überquerung wurde erstmals am Sonntag, dem 7. Juni, angegriffen. Obwohl der Verkehr im Wechselverkehr wieder aufgenommen werden konnte, lähmte ein erneuter Drohnenangriff am 9. Juni den Verkehr erneut. Anschließend empfahlen die Besatzungsbehörden die Nutzung alternativer Routen über Armenjansk und Perekop.
Laut dem Zentrum für strategische Kommunikation und Informationswiderstand (ZSIR) wurde die Tschongar-Brücke nach einer Serie von Angriffen vollständig zerstört.
Die Situation spitzte sich am Morgen des 10. Juni zu, als der Verkehr auf der Brücke zwischen Henitschesk und der Arabat-Pfeil unterbrochen wurde. Dies war die zweite wichtige Überquerung, die in den letzten Tagen stillgelegt wurde.
Explosionen auf der Krim und Beschädigung der Zufahrten
In der Nacht zum 11. Juni erschallten auf der Krim starke Explosionen. Social-Media-Kanäle und Augenzeugen berichteten von Bränden in Simferopol und Sewastopol. Darüber hinaus wurden Beschädigungen an Brücken an den Landzufahrten zur Halbinsel bestätigt, was die Stabilität der logistischen Verbindungen Russlands mit der Krim gefährdet.