Die Lage auf den Logistikachsen, die die Halbinsel mit dem Festland verbinden, hat sich nach einer Serie von Drohnenangriffen verschärft. Infolge der Attacken wurde eine Brücke in der Nähe von Tschongar beschädigt, was die Besatzungsmächte zwang, den Verkehr über den Grenzkontrollpunkt „Dschankoi“ zu sperren. Dies meldet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Aussage des sogenannten „Gouverneurs“ des besetzten Teils der Oblast Cherson, Wladimir Saldo.
Kettenreaktion: Von Tschongar bis zur Arabat-Pfeil
Die Probleme mit der Verkehrsinfrastruktur beschränken sich nicht auf ein einzelnes Objekt. Saldo bestätigte, dass auch nachts Angriffe auf die Brücke verübt wurden, die Henitschesk mit dem Arabat-Pfeil verbindet. Der Verkehr auf dieser Strecke wurde ebenfalls unterbunden. Laut einem Vertreter der Besatzungsverwaltung besteht weiterhin die Gefahr neuer Drohnenangriffe, daher wird die Schadensbewertung erst nach Freigabe durch die operativen Dienste durchgeführt.
Es handelt sich hier nicht um einen Einzelfall, sondern um einen Teil einer anhaltenden Serie von Angriffen auf wichtige Übergänge:
- 7. Juni: Der erste Angriff auf die Tschongar-Brücke erfolgte. Nach der Attacke konnte der Verkehr über die Furt wieder aufgenommen werden, jedoch nur im Wechselverkehrsfluss.
- 9. Juni: Die Brücke wurde erneut von Drohnen angegriffen, was zu einer erneuten Verkehrsunterbrechung führte. Die Besatzungsmächte mussten empfehlen, alternative Routen über Armenisk und Perewosk zu nutzen.
- 10. Juni: Am Morgen wurde auf dem besetzten Gebiet der Oblast Cherson die Brücke zwischen Henitschesk und dem Arabat-Pfeil gesperrt. Dies war die zweite wichtige Furt, deren Verkehr in den letzten Tagen eingestellt wurde.
Folgen der Angriffe und Schadensschätzung
Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation gab bekannt, dass die Tschongar-Brücke nach mehreren Drohnenangriffen vollständig zerstört wurde. In der Nacht zum 11. Juni waren im besetzten Krim auch Explosionen zu hören. In lokalen Foren wurde über Brände in Simferopol und Sewastopol sowie über Schäden an Brücken an den Landzugängen zur Halbinsel berichtet.
Bereits am 13. Juni meldeten die Besatzer erneut Angriffe der ukrainischen Streitkräfte auf die Brücken, die in die Krim führen. Laut Saldo trafen Drohnen die Brücke zwischen Henitschesk und dem Arabat-Pfeil. Anschließend untersuchten Experten die Konstruktion. Die erneute Sperrung wichtiger logistischer Knotenpunkte deutet auf einen systemischen Charakter der Probleme hin, mit denen die Infrastruktur der Halbinsel konfrontiert ist.