Am 2. November 2026 führte die russische Luftwaffe zwei aufeinanderfolgende Angriffe auf die Siedlung Kamyschewacha in der Oblast Saporischschja durch. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden infolge der Luftangriffe mindestens 18 Einwohner getötet und weitere fünf verletzt. Beide Angriffe trafen Einrichtungen, die nach Angaben der ukrainischen Behörden zur Verteilung humanitärer Hilfe an die lokale Bevölkerung genutzt wurden. Über das Ausmaß der Zerstörungen und den Fortgang der Such- und Rettungsmaßnahmen berichteten Iwan Fedorow, der Vorsitzende des Verteidigungsrates der Oblast Saporischschja, und Mychajlo Semykin, der Leiter der militärischen Regionalverwaltung Saporischschja.
Chronologie und Art der Angriffe
Der Erklärung Selenskyjs auf Telegram zufolge traf der erste Gleitbombenangriff ein Schulgebäude, das seinen Angaben zufolge für humanitäre Zwecke genutzt wurde: Dort sei wöchentlich humanitäre Hilfe an die Menschen verteilt worden. Dem ersten Angriff folgte unmittelbar ein weiterer mit neun Bomben, die laut dem Präsidenten direkt ein Schutzraum trafen, in dem sich zu diesem Zeitpunkt Menschen befanden. Selenskyj betonte, das russische Militär „konnte nicht nicht wissen“, dass an genau diesem Ort wöchentlich humanitäre Hilfsgüter verteilt wurden. Der Begriff „KABs“ (kinetische Lenkbomben) taucht in der Überschrift der RBC-Ukraine-Quelle auf und weist auf den Typ der verwendeten Munition hin.
Opfer und Vermisste
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erklärungen sind 18 Tote und fünf Verletzte bekannt. Der Leiter der militärischen Administration Saporischschja, Mychajlo Semykin, präzisierte, dass sich unter den Toten ein Polizeibeamter und zwei Rettungskräfte des Staatlichen Katastrophenschutzdienstes befinden. Weitere 27 Menschen werden vermisst. Iwan Fedorow teilte mit, dass das Schicksal der übrigen Betroffenen noch ermittelt wird: „Die Such- und Rettungsoperation läuft. Alle Dienste arbeiten vor Ort im Verstärktmodus, Kommunalarbeiter räumen die Trümmer weg.“ Somit könnte sich die Gesamtzahl der Opfer mit Abschluss der Trümmerbeseitigung noch ändern.
Humanitärer Kontext und Selenskyjs Bewertung
Selenskyj bezeichnete die Geschehnisse als „außerordentlich schrecklich“ und brachte den Angriff mit einer kürzlich stattgefundenen humanitären Mission in Oleschky in Verbindung, nach der es seiner Ansicht nach „Hoffnung auf eine Annäherung des Friedens“ gegeben habe. Der Präsident erklärte, Russland „kalkuliere weitere Morde ein“ und dass das Geschehen ein „weiterer Beweis“ dafür sei, dass Moskau weder Deeskalation noch „echte Gerechtigkeit“ anstrebe. Diese Aussagen wurden in den bereitgestellten Materialien von den russischen Behörden nicht kommentiert.
Zustand des Gebiets und Folgen
Fotos vom Ort des Geschehens, die im Zusammenhang mit Selenskyjs Erklärung veröffentlicht wurden, zeigen das Ausmaß der Zerstörung: ausgebbrannte Gebäude, Trümmer- und Schuttberge, beschädigte Fahrzeuge einschließlich eines verbrannten Lastwagens und eines Autos. Sichtbare Spuren deuten auf Angriffe hin, die schwere Schäden im Wohn- und Infrastrukturbereich der Siedlung verursacht haben. Such-, Rettungs- und Kommunaldienste setzen ihre Arbeit vor Ort fort, was darauf hindeutet, dass eine vollständige Schadensbilanz und die endgültige Opferliste noch nicht vorliegen.