Die ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer sehen sich inmitten der kritischsten Phase für den Agrarsektor einer beispiellosen Angriffswelle gegenüber. Die Ereignisse spielen sich vor dem Hintergrund einer allgemeinen Spannungssteigerung in diesem Sommer ab, bei der jeder Tag Verzögerung bei der Ausfuhr von Getreide für Landwirte und die Weltwirtschaft kritisch wird.

Zunahme der Ressourcen des Gegners

Die Lage auf dem Meer verschärft sich durch eine Änderung der Taktik des Gegners. Laut dem Militärexperten und ehemaligen Pressesprecher des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine, Wladislaw Seleznjew, hat Russland die Ressourcen für die Durchführung solcher Operationen erheblich erhöht. Der Gegner setzt zunehmend schwer abzufangende Drohnenraketen vom Typ „Bandierol“ und die Raketen-Drohnen „Schahed“ ein.

„Ich denke, dass die Russen ihre Ressourcen für die Durchführung solcher Angriffe erhöht haben. Sie setzen immer häufiger Drohnenraketen vom Typ „Bandierol“ und die Raketen „Schahed“ ein, gegen die wir nur begrenzte Möglichkeiten zur Zerstörung haben. Dementsprechend nutzt der Gegner unsere Schwäche“, so Seleznjew.

Status des Korridors und Logistik

Trotz intensiver Beschussaktionen funktioniert der Ukrainische Seeweg weiterhin. Die Verwaltung der Seehäfen der Ukraine (AMPU) hat offiziell erklärt, dass das Land keine Einschränkungen für die Arbeit des Korridors eingeführt hat. Die Häfen nehmen weiterhin Handelsschiffe an und bearbeiten Frachten.

Ein entscheidender Faktor, der die Entscheidung der Reedereien beeinflusst, in ukrainische Häfen einzulaufen, bleibt jedoch die Sicherheit. Die Risiken von Angriffen wirken sich auf die Lieferketten aus und zwingen die Schiffseigner zu wohlüberlegten Entscheidungen.

Schutzmaßnahmen und Reaktion der UNO

Um die Funktionsfähigkeit des Korridors zu erhalten, ergreift die AMPU gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium, dem Ministerium für Wiederaufbau und den Streitkräften der Ukraine ein Bündel von Maßnahmen zum Schutz der Infrastruktur.

Das Ausmaß der Bedrohung hat die Region überschritten. Aufgrund der neuen Angriffswelle auf die Häfen des Schwarzen Meeres war der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gezwungen, eine dringende Sitzung abzuhalten. Während der Diskussion wurden Bedenken hinsichtlich der Bedrohung der globalen Ernährungssicherheit geäußert, die durch steigende Weizenpreise und die Verletzung von Dutzenden Seeleuten verursacht wird.