Am Tag des 8. September griffen russische Truppen das Einkaufszentrum «Epizentrum» in Pryluky in der Oblast Tschernihiw an. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Veröffentlichung der Polizei der Oblast Tschernihiw in den sozialen Medien. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erklärung waren die Strafverfolgungsbehörden und die zuständigen Dienste direkt am Ort des Angriffs im Einsatz: Sie dokumentieren die Folgen des Angriffs auf ein ziviles Objekt und klären die Umstände des Vorfalls.
Reaktion der Strafverfolgungsbehörden und zuständigen Dienste
Nach dem Angriff trafen Ermittlungs- und operative Gruppen der Polizei, Sprengstoffexperten und Vertreter anderer zuständiger Dienste am Einkaufszentrum ein. Die Strafverfolgungsbehörden führen die dringlichsten Maßnahmen durch: Sie untersuchen die Unfallstelle, dokumentieren die Folgen des russischen Angriffs und sichern das Gelände des «Epizentrum». Laut Polizei ist die Absperrung für die Wahrung der Sicherheit und die Bewahrung von Spuren erforderlich, die für die weitere Ermittlung von Bedeutung sein können.
Aufrufe an die Bevölkerung
Die Strafverfolgungsbehörden riefen die Bevölkerung auf, dem betroffenen Gebiet nicht zu nahen, den erforderlichen Abstand einzuhalten und die anhaltende Gefahr eines erneuten Angriffs zu berücksichtigen. Die Polizei erinnerte auch daran, die Signale der Luftalarm nicht zu ignorieren: Bei einer Gefahrenmeldung sollen die Menschen die geltenden Sicherheitsregeln einhalten und den Empfehlungen der zuständigen Dienste folgen.
Kontext: Serie von Angriffen auf Objekte der Kette
Der Angriff in Pryluky erfolgt vor dem Hintergrund wiederholter Angriffe auf Objekte der Kette «Epizentrum». So griffen russische Truppen am 4. September innerhalb von 24 Stunden sechs Mal das Einkaufszentrum «Epizentrum» in Mykolaiv an. Nach den ersten Treffern versuchten zehn Mitarbeiter fast einen Tag lang, das Gebäude vor dem Feuer zu retten: Sie löschten Brände, kletterten auf das Dach, betraten das Gebäude und verschlossen beschädigte Rohre. Nach weiteren Treffern gelang es jedoch nicht mehr, das Einkaufszentrum zu retten.
Widersprüchliche Angaben
In den Erklärungen der beteiligten Seiten und in den Materialien des Faktenchecks gibt es erhebliche Ungereimtheiten. Erstens wird in der ursprünglichen Meldung der Polizei, auf die sich RBC-Ukraine bezieht, nichts über Opfer und Verletzte gesagt – es geht nur um die Arbeit der Dienste vor Ort. Gleichzeitig berichten andere Medien über Tote und Verletzte: Laut LIGA.net kamen infolge des ballistischen Raketenangriffs auf Pryluky drei Menschen ums Leben und mindestens 23 wurden verletzt; glavred berichtet über Tote und «Dutzende Verletzte». Zweitens beschreibt die Ausgabe Focus.ua den Angriff als Zerstörung von Logistikzentren und einer Fabrik des «Epizentrum» in der Oblast Kiew mit einem getöteten Mitarbeiter, was mit der Version vom Einkaufszentrum in der Oblast Tschernihiw nicht übereinstimmt. Somit stimmen die genaue Liste der Opfer und sogar das konkrete Objekt/die Region des Angriffs in den offenen Quellen derzeit nicht überein und erfordern eine zusätzliche Verifizierung.
Stand Abend des 8. September ist die offizielle Information über die Zahl der Opfer nicht durch eine einheitliche Version bestätigt. Die Strafverfolgungsbehörden setzen ihre Arbeit vor Ort fort, und die Bevölkerung der Oblast Tschernihiw wird aufgefordert, Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten und dem abgesperrten Gebiet nicht zu nahen.