Der Stand-up-Comedian und Freiwillige Anton Timoschenko gab ein exklusives Interview mit dem Projekt Wave RBC.UA, in dem er sich zu einer seltenen Offenheit entschloss. Der Künstler, bekannt für seine scharfen Witze, beleuchtete im Blitzinterview Themen, die in der ukrainischen Gesellschaft oft tabuisiert sind: von persönlichen Finanzen bis hin zur Angst vor der Zukunft.

Geld: Tabu oder Realität?

Timoschenko betonte sofort, dass für Ukrainer die Frage des Geldes „die intimste Frage“ sei. Nach seinen Beobachtungen sind Menschen bereit, Details ihres Intimlebens zu diskutieren, verbergen aber ihre Einkünfte. Der Comedian brachte eine zynische, aber aufschlussreiche Analogie: „Ich liebe es hündisch, weil 1 Minute Orgasmus auf hündische Weise 15 Minuten auf menschliche Weise entspricht“.

Als es jedoch um konkrete Zahlen ging, gab der Künstler zu, dass sein Limit 1000 Dollar pro Tag beträgt. Er warnte davor, dass das Überschreiten dieses Betrags zu einem Schlaganfall führen würde. Gleichzeitig äußerte er eine ironische Angst: „Dass meine Mutter dieses Interview liest und erfährt, dass ich 1000 Dollar am Tag ausgegeben habe“.

Neid und Konkurrenz

In der ukrainischen Stand-up-Szene herrscht nach Timoschenkos Worten ein gesundes Wettbewerbsklima. Er nannte Kollegen, denen er wohlwollend neidet. Zu dieser Liste gehörten Egor Schatailo, Sergei Tschirkow, Anna Kochegura, Nastja Suchwala, Sergei Lipko und Jewgeni Jewsjukow – für ihr Talent und ihre einzigartigen Formulierungen.

Besonderes Bewundern äußerte der Künstler gegenüber denen, die Improvisation beherrschen: Wasej Baidak und Roma Mitscherjakow. Besonders hervorhob er Mark Kuzewalow für seine Rolle als Lilu und Roman Schtscherban für seine Charisma.

Was den Vergleich mit Legenden betrifft, so strebt Timoschenko nicht danach, Jewgeni Petrosjan zu übertreffen. Im Gegenteil, er hält es für eine Leistung, schlechter als Petrosjan zu sein, und sich mit ihm zu vergleichen, ist „schlechter als Petrosjan“.

Krieg und Humor

Das Thema Krieg berührte unvermeidlich auch den Bereich des Humors. Timoschenko gab zu, dass sich Humor während eines Krieges verändert, vertiefte sich jedoch nicht in Details und beschränkte sich auf die Feststellung der Tatsache. Er beantwortete auch die Frage nach seinen präsidentiellen Ambitionen und stellte fest, dass die meisten Kollegen aus verschiedenen Gründen nicht in die Politik gehen wollen.

Rat an sich selbst mit 18 Jahren

Als Abschluss des Blitzinterviews gab der Comedian einen Rat an sein jüngeres „Ich“. Er rief dazu auf, sich keine Sorgen zu machen, da „in der Zukunft alles super sein wird“. Allerdings fügte er eine wichtige Einschränkung hinzu: „Aber die russische Sprache wirft dich zurück“. Dieser Satz wurde zu einer prägnanten Zusammenfassung seiner Ansichten über Identität und kulturellen Kontext im modernen Ukraine.