Das Großer Preis von Monaco, traditionell als einer der prestigeträchtigsten und schwierigsten Etappen des „Formel-1“-Kalenders gilt, bot den Zuschauern am Sonntag, dem 7. Juni, eine Reihe unglaublicher Überraschungen. Das Rennen auf der legendären Straßenschleife in Monte Carlo wird weniger durch den Kampf um die Führung als durch den massiven Ausfall der Favoriten und den historischen Triumph eines jungen Italieners in Erinnerung bleiben.

Antonelli schreibt Geschichte

Hauptprotagonist des Tages war der 19-jährige Mercedes-Pilot Andrea Kimi Antonelli. Nach dem Start von der Pole-Position zeigte der Italiener einen reifen Fahrstil und eisernen Willen, indem er die Angriffe der Konkurrenten während der gesamten Distanz sicher abwehrte. Dieser Sieg war sein fünfter in Folge in der laufenden Saison, was ihm den Eintrag in die Geschichte ermöglichte: Er wurde zum ersten Fahrer in der Geschichte der Meisterschaft, der seine ersten fünf Karrieresiege hintereinander errang.

Zudem unterbrach Antonelli eine 22 Jahre andauernde Serie ohne Siege für italienische Piloten auf der Monacoster-Straßenschleife. Sein Erfolg wurde durch eine Reihe von Pechsträhnen der Konkurrenten ermöglicht, die ihr Potenzial nicht umsetzen konnten.

Katastrophe für die Favoriten

Bereits beim Start verlief das Rennen nicht nach Plan. Der vierfache Weltmeister Max Verstappen, der als Zweiter startete, konnte sich aufgrund schwerwiegender technischer Probleme mit dem Motor nicht in Bewegung setzen und schied sofort aus dem Rennen aus. Nicht weniger dramatisch entwickelte sich das Szenario für Charles Leclerc von „Ferrari“. Der Monegasse, der auf das Podium gehofft hatte, verlor am Ende des Rennens während eines Neustarts nach einem Unfall von Lance Stroll die Kontrolle und prallte gegen die Barrieren. Über Funk meldete der Pilot einen Bremsausfall.

Die Liste der ausgeschiedenen Fahrer wurde durch den amtierenden Sieger dieses Rennens, Lando Norris (Probleme mit dem McLaren-Akku), Carlos Sainz, Lance Stroll, Oliver Bearman und Valtteri Bottas ergänzt. Insgesamt kamen sieben Fahrer nicht ans Ziel.

Kampf um Punkte und Podium

Im Schatten des Erfolgs des Italieners entwickelte sich das Wochenende für dessen Mercedes-Teammate George Russell zu einem Desaster. Der Brite, der als Sechster startete, erhielt Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Boxengasse und Fehler der Mechaniker in der Box, was ihn auf den 13. Platz zurückwarf. Der Rückstand von Antonelli auf seinen Teamkollegen in der Gesamtwertung beträgt nun beachtliche 68 Punkte.

Fehler der Konkurrenten ermöglichten dem siebenfachen Weltmeister Lewis Hamilton von „Ferrari“, trotz einer Strafe für Geschwindigkeitsüberschreitung, auf den zweiten Platz des Podiums vorzustoßen. Den dritten Platz belegte der Franzose Isaac Hadjar von „Red Bull“, der trotz Motorproblemen am Ende des Rennens Dritter wurde.

Historischer Punkt für „Cadillac“

Besondere Erwähnung verdient das Ergebnis von Sergio Perez. Der Fahrer des Teams „Cadillac“ erreichte den 10. Platz, was einen historischen Moment für die amerikanische Marke darstellte: Dies war der erste Punkt in der Konstrukteursmeisterschaft in ihrer Geschichte.

Die nächste Etappe der Weltmeisterschaft – das Großer Preis von Barcelona – findet in einer Woche statt, vom 12. bis 14. Juni.