Der ukrainische Regisseur Antonio Lukitsch ist überzeugt: Das Land hat das Potenzial, jedes Jahr Dutzende hochwertiger Filme zu produzieren. Dafür ist jedoch eine systematische staatliche Unterstützung notwendig.
Potenzial des ukrainischen Kinos
In einem Interview mit der Agentur „Ukrinform“ (unter Berufung auf RBK-Ukraine) erklärte Lukitsch, dass es in der Ukraine bis zu 10–20 Autoren gibt, die in der Lage sind, originelles und starkes Kino zu schaffen. Nach seiner Meinung kann das Land bei stabiler Finanzierung und organisatorischer Unterstützung durch den Staat etwa 20 bedeutende Filme pro Jahr herausbringen.
„Ich glaube, dass wir bis zu 10–20, vielleicht sogar mehr Autoren haben, die meiner Meinung nach etwas Originelles drehen könnten. Ich glaube fest an zwanzig starke Filme aus der Ukraine jährlich. Bei bedingungsloser Unterstützung des Staates“, betonte der Regisseur.
Staatliches Programm als Beispiel
Als Beispiel für eine erfolgreiche staatliche Förderung nannte Lukitsch das Programm „Tysyachovesna“, das Kulturprojekte in der Ukraine finanziert. Nach seinen Worten ermöglichen genau solche Mechanismen die Umsetzung ambitionierter Ideen und deren Präsentation vor dem Publikum.
Kino ist eine Heldentat
Der Regisseur erinnerte daran, dass die Herstellung eines Films nicht nur ein kreativer Prozess, sondern eine echte Heldentat ist. „Jeder gedrehte Film ist eine Heldentat einer einzelnen Person oder einer ganzen Gruppe von Menschen. Das sage ich als jemand, der zwei Filme gedreht hat. Es ist sehr schwierig“, stellte er fest.
Biografie und Erfolge von Antonio Lukitsch
Antonio Lukitsch ist ein ukrainischer Regisseur und Drehbuchautor aus Uschgorod, geboren 1992. Er absolvierte die Nationale Universität für Theater, Film und Fernsehen Kiew I. Karpenko-Kary. In seinen Arbeiten verbindet er dramatische Geschichten mit feinem Humor und widmet sich oft Themen wie familiären Beziehungen, der Suche nach sich selbst und menschlichen Gefühlen.
Erfolgreiche Projekte
Lukitsch hat bereits zwei Spielfilme auf dem Konto, die sowohl in der Ukraine als auch im Ausland Anerkennung gefunden haben:
- „Meine Gedanken sind leise“ (2019) – der Debütfilm über einen jungen Tontechniker und seine Mutter. Der Film erhielt eine Sonderpreis der Jury auf dem Filmfestival von Karlsbad und wurde mit dem Preis „Goldene Dzyga“ ausgezeichnet.
- „Luxemburg, Luxemburg“ (2022) – eine Tragikomödie mit den Brüdern Amil und Ramil Nasirov aus der Gruppe „Kurgan und Agregat“ in den Hauptrollen. Der Film wurde im Wettbewerbsprogramm „Orizzonti“ des Filmfestivals von Venedig gezeigt und wurde zu einem der erfolgreichsten Filme im ukrainischen Kino.
Neues Projekt
Gegenwärtig arbeitet Lukitsch an einem neuen internationalen Projekt – dem Film „Das Mädchen, das schreit“. Es ist die Geschichte einer Ukrainerin, die nach Beginn des umfassenden Krieges in Irland landet. Kürzlich wurde das Projekt auf dem Filmmarkt des Festivals von Karlsbad vorgestellt.
Weitere Arbeiten
Neben Spielfilmen arbeitete Lukitsch auch an den Serien „Sex, Insta und ZNO“ und „Könige der Hütten“. Er ist zudem Mitglied der Europäischen Filmakademie.