Apple steht vor einem der umfangreichsten Updates seiner Tablet-Linie der letzten Jahre. Laut einem Analysebericht von Mark Gurman für Bloomberg, den RBC-Ukraine zitiert, überarbeitet das Unternehmen praktisch alle Segmente des iPad – vom kompakten mini bis zum Flaggschiff-Pro. Im Zentrum der Änderungen stehen der Wechsel auf OLED-Displays, die Einführung von Prozessoren der nächsten Generation und die tiefe Integration künstlicher Intelligenz in das Nutzererlebnis. Im Herbst 2026 wird der öffentliche Release einer vollständig neu konzipierten Siri erwartet, im Frühjahr 2027 – ein Update der Flaggschiff-Linien mit M5- und M7-Chips. Damit baut Apple eine mehrstufige Strategie auf, in der jedes Segment der Linie eigene Hardware- und Softwareverbesserungen erhält.
Siri bekommt einen „zweiten Frühling“: KI auf Basis von Gemini und Foundation Models
Das zentrale Software-Ereignis des Herbstes 2026 wird der Start der überarbeiteten Siri sein, die mit Algorithmen von Google Gemini und den eigenen Apple Foundation Models entwickelt wurde. Laut Gurmans Bericht ist der neue Assistent in der Lage, den Inhalt des Gerätebildschirms zu verstehen, Dokumente, Fotos oder Belege anhand ungenauer Beschreibungen zu suchen – etwa auf die Anfrage „finde das Dokument, das mir vor einigen Wochen geschickt wurde“. Siri erhält zudem Funktionen zur Textbearbeitung: Das System erkennt den Kommunikationsstil des Nutzers und hilft, Geschriebenes zu korrigieren oder umzuformulieren. Die Integration des Assistenten in das System wird umfassend sein: Er kann praktisch aus jedem Menü aufgerufen werden, und die Spotlight-Suchleiste wird zu einem vollwertigen Fenster für KI-Anfragen. Dabei betont Apple, dass die tiefe Integration von Hardware und Software die Vertraulichkeit der Datenverarbeitung ohne kostenpflichtige Abonnements garantiert.
iPad mini und das Geheimnis um den iPhone Fold
Apple arbeitet an einer neuen Generation des iPad mini, die einen OLED-Display erhalten wird. Der Bildschirm wird jedoch mit einer Aktualisierungsrate von 60 Hz ohne Unterstützung der ProMotion-Technologie arbeiten, was ihn im Vergleich zu den teureren Modellen der Linie zu einem Kompromiss macht. Der Release des kompakten Tablets könnte zeitlich mit der Ankündigung des ersten faltbaren Smartphones des Unternehmens – dem iPhone Fold – zusammenfallen. Im aufgeklappten Zustand wird dieses Smartphone Abmessungen haben, die dem iPad mini nahekommen, was direkte Konkurrenz innerhalb des Ökosystems erzeugt. Die Hauptunterschiede des Premium-Faltgeräts werden fortschrittlichere Kameras und ein verbesserter Bildschirm sein. Analysten merken an, dass sich diese Überschneidung der Formfaktoren auf die zukünftige Nachfrage nach der mini-Serie auswirken könnte.
Das Basis-iPad 12: Verzögerung wegen steigender Arbeitsspeicherpreise
Der Release des erschwinglichen Basis-iPad 12 mit Unterstützung für Apple Intelligence wurde auf 2027 verschoben. Ursache der Verzögerung ist die Verteuerung des Arbeitsspeichers auf dem Weltmarkt. Damit die KI-Funktionen stabil funktionieren, muss das Gerät mindestens 8 GB RAM und einen Chip der A18- oder A19-Klasse erhalten. Apple hat den Launch verschoben, um eine erhebliche Preiserhöhung für den Massenmarkt zu vermeiden. Nach dem Update soll das Basismodell eine der vorteilhaftesten Lösungen für Lernen, Präsentationen und Textarbeit bleiben und dabei ein erschwingliches Preisniveau wahren.
Frühjahr 2027: iPad Air mit M5 und iPad Pro mit M7
Für das Frühjahr 2027 ist ein Update der Flaggschiff-Linien geplant. Das iPad Air wird den Prozessor M5 erhalten, der die Verarbeitung von KI-Algorithmen im Vergleich zu M4 um das 3,5-Fache beschleunigt. Das iPad Pro könnte laut Gurmans Daten direkt die nächste Generation von Apple-Silizium erhalten – den M7-Chip – und die Basis-Zwischenversionen überspringen. Dies wird einen erheblichen Sprung bei der Geschwindigkeit komplexer KI-Berechnungen ermöglichen und die Position der Pro-Modelle als professionelles Werkzeug stärken. Parallel zu den neuen Tablets bereitet Apple überarbeitete Versionen der Stifte Apple Pencil USB-C und Apple Pencil Pro vor.
Apple Pencil und die EU-Anforderungen an die Reparierbarkeit
Im Einklang mit den neuen Anforderungen der Europäischen Union an die Reparierbarkeit von Elektronik entwickelt Apple ein neues System von Akkuelementen für Zubehör. Es ermöglicht, eine verschlissene Batterie in Servicezentren auszutauschen, statt den gesamten Stift zwangsläufig neu kaufen zu müssen. Diese Entscheidung spiegelt einen breiteren Trend des Unternehmens wider, sich an die regulatorischen Normen der EU anzupassen, die schrittweise ab 2025–2026 in Kraft treten.
Widersprüchliche Daten
In öffentlichen Quellen wird eine Unstimmigkeit in der Chronologie des Starts der Flaggschiff-Modelle festgestellt. Der Hauptbericht von Gurman weist auf das Frühjahr 2027 als Termin für das Update des iPad Air (M5) und iPad Pro (M7) hin. Allerdings berichtete das Medium ITC.ua unter Berufung auf denselben Analysten zuvor, dass die neuen iPad Pro und iPad Air „in der Woche ab dem 6. Mai“ erscheinen werden, ohne das Jahr der Veröffentlichung des Artikels anzugeben. Falls dieser Beitrag auf den Zyklus 2026 Bezug nimmt, könnte es sich um ein Zwischen- oder Teilupdate handeln, das sich vom vollständigen Wechsel zu M5/M7 unterscheidet, der in einem späteren Bericht beschrieben wird. Alternativ könnte die Veröffentlichung von ITC.ua auf einen früheren Produktzyklus zurückgehen. Forbes charakterisiert das erwartete Update des iPad Pro als „das erste große seit sechs Jahren“, was den Umfang der Änderungen indirekt bestätigt, aber die Frage nach den genauen Daten nicht klärt. Bis zu einer offiziellen Bestätigung durch Apple bleiben beide Versionen im Bereich der analytischen Prognosen.