Der globale Elektronikmarkt erlebt einen beispiellosen Krisenmoment. Die führenden Technologie-Giganten – Apple, Microsoft und Valve – haben eine massive Preiserhöhung für ihre Geräte angekündigt. Laut Tim Cook, dem CEO von Apple, ist die Situation „unvorhergesehen“. In einem Kommentar für die WSJ bemerkte der CEO, dass er in über 40 Jahren Berufserfahrung nichts Vergleichbares in irgendeinem Sektor gesehen habe.
Die Wurzel des Problems liegt in der Knappheit. Weltweit gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Unternehmen, die in der Lage sind, fortschrittliche Prozessoren und Speicherchips herzustellen, und diese können die wachsende Nachfrage physisch nicht decken. Dies hat die Marken gezwungen, ihre Preispolitik erheblich zu überdenken.
Neue Realitäten: Wie sich die Preise verändert haben
Der Schlag für die Geldbeutel der Verbraucher war vielschichtig. Valve gab zu, dass ihr Heim-Spielkonsolen-System Steam Machine nun deutlich mehr kostet als ursprünglich geplant: Der Startpreis ohne Controller beträgt 1049 Dollar.
Auch Microsoft hat Korrekturen vorgenommen. Der Preis der Xbox Series X-Konsole stieg um 150 Dollar, und die Preise für Surface-Laptops sprangen auf 600 Dollar.
Die spürbarsten Änderungen traten im Apple-Ökosystem auf. Die Preiserhöhungen sind in den USA bereits für iPad, Mac, Heimgeräte und die Vision Pro-Brille in Kraft getreten:
- Das Basis-Modell des iPad wurde von 349 auf 449 Dollar verteuert.
- Der neue Computer MacBook Neo stieg im Preis von 599 auf 669 Dollar.
- Die Apple Vision Pro-Brille kostet nun 3699 Dollar – 200 Dollar mehr als zuvor.
Der schwerwiegendste Schlag traf jedoch das professionelle Equipment. Die Version des Mac Studio mit dem M4 Max-Chip startet nun bei 2499 Dollar (statt 1999), und die Modifikation mit dem Top-Chip M3 Ultra legte um 1300 Dollar zu – auf 5299 Dollar.
In den USA bleiben die Preise für iPhone, Apple Watch und AirPods bis zu den Ankündigungen im September vorerst unverändert. Auf den Märkten Europas und Südamerikas ist die Preiserhöhung jedoch bereits eingetreten. Beispielsweise stieg der Preis für das Basis-Modell iPhone 17 in Frankreich innerhalb weniger Tage von 899 auf 969 Euro.
Kommt die Ära des „Make Do and Mend“ zurück?
Als Reaktion auf die „RAMpocalypse“ (Knappheit an Arbeitsspeicher) rufen Analysten die Verbraucher dazu auf, zu einer Philosophie zurückzukehren, die während des Zweiten Weltkriegs populär war. Damals gab es in Großbritannien eine Regierungs-Kampagne namens „Make Do and Mend“ („Auskommen und Flickwerk“), die die Bürger lehrte, Kleidung selbst zu reparieren, um Abfall zu reduzieren.
Heute schlagen Experten vor, sich kollektiv für die nächsten ein bis zwei Jahre von dem Kauf neuer Geräte ohne dringende Notwendigkeit zurückzuhalten. „Wenn der Markt die neuen Preise stillschweigend akzeptiert, werden sie auch nach dem Platzen des KI-Blase nicht mehr sinken“, warnen die Fachleute.
Alternativen: Reparatur und der Gebrauchtmarkt
Statt nach dem neuesten Modell zu jagen, wird Verbrauchern geraten, auf reparierbare Technik zu achten. Es entstehen Marken, die sich auf die Zusammenstellung von Geräten von Grund auf spezialisiert haben. Beispielsweise können Fairphone-Smartphones in wenigen Minuten selbst zerlegt und wieder zusammengebaut werden, und Framework-Laptops lassen sich ohne spezielle Fähigkeiten vollständig zerlegen.
Falls ein Gerät nicht wiederhergestellt werden kann, ist der erste Schritt der Gang zu Geschäften für generalüberholte Technik. Der Kauf zertifizierter Geräte aus den Vorjahres-Flaggschiff-Serien mit guten Rabatten sowie die Unterstützung lokaler unabhängiger Werkstätten werden zu zuverlässigen Methoden, um in Zeiten globaler Verteuerung die Kontrolle über die eigenen Finanzen und Gadgets zurückzugewinnen.