Der Technologie-Riese Apple verändert seine Verkaufsstrategie für seine Geräte grundlegend. Ab dem 28. Juli startet in den USA das neue Programm Apple Upgrade, das den Kauf von Gadgets von einer einmaligen Ausgabe in ein Abonnement- oder Leasingmodell überführt. Die Umsetzung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Fintech-Unternehmen Klarna.
Laut einem Bericht von RBC-Ukraine, der sich auf eine Analyse von Mark Gurman für Bloomberg bezieht, soll das neue Modell die finanzielle Belastung der Nutzer in Zeiten steigender Elektronikpreise verringern.
Wie funktioniert das neue Modell?
Das Funktionsprinzip von Apple Upgrade ähnelt in vielerlei Hinsicht dem Autoleasing. Der Käufer erhält das Gerät und bezahlt die Nutzung durch monatliche Raten. Dieses Modell bietet dem Nutzer Flexibilität und mehrere Entwicklungsszenarien:
- Möglichkeit, das Gerät nach Ablauf des Programms zu kaufen.
- Rückgabe des Gadgets, um ein neues zu erhalten.
- Verlängerung des Abonnements für das aktuelle Gerät.
Um am Programm teilzunehmen, müssen die Nutzer eine vereinfachte Bonitätsprüfung bestehen. Es ist zu beachten, dass einige Transaktionen zusätzliche Gebühren beinhalten können.
Wirtschaftlicher Kontext und Strategie
Der Start des Dienstes erfolgt vor dem Hintergrund einer schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Branche. Der globale Mangel an Speicherchips führte zu Preiserhöhungen für die Mac- und iPad-Linien, und im Herbst wird mit steigenden Kosten für neue iPhone-Modelle gerechnet. Das Unternehmen positioniert das Leasing als Möglichkeit, die monatlichen Ausgaben der Käufer im Vergleich zu traditionellen Kreditprogrammen zu senken.
Infolge der Einführung von Apple Upgrade wird das Unternehmen keine neuen Anträge für die bestehenden Programme – iPhone Upgrade Program und Standardfinanzierung – mehr annehmen.
Einschränkungen und Ausnahmen
Trotz der Flexibilität unterliegt das neue Programm einer Reihe erheblicher Einschränkungen. Der Analyst Mark Gurman weist darauf hin, dass die erweiterte Garantie AppleCare nicht im Paket enthalten ist. Darüber hinaus gilt das Leasingmodell nicht für:
- Basis- und Budgetmodelle von Geräten.
- Apple Watch SE.
- Basisversionen von iPad.
- iPhone 16.
- MacBook Neo.
Auch der Kauf von Geräten für Unternehmen und Bildungseinrichtungen ist im Rahmen des Programms nicht vorgesehen.
Partnerschaft statt Risiko
Die Entscheidung, mit Klarna zusammenzuarbeiten, ist nicht zufällig. Zuvor entwickelte Apple ein eigenes internes Abo-System für Hardware, das jedoch bereits 2024 eingestellt wurde. Nun setzt das Unternehmen, unter Berücksichtigung der vergangenen Erfahrungen, das Leasingmodell über einen Partner um, um direkte finanzielle Risiken zu vermeiden.