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title: "Fede und Magui: Wie zwei Goldfische in Argentinien den Status von Wesen mit Rechten erhielten und einen Prozess gegen ein Restaurant gewannen"
description: "Ein Gericht in Argentinien hat zwei Goldfische, Fede und Magui, als vernunftbegabte Wesen mit juristischen Rechten anerkannt 🐟⚖️. Die Tiere wurden aus einem engen Aquarium in einem Restaurant gerettet und in ein geräumiges Becken verlegt, was einen wichtigen Präzedenzfall für den Schutz der Rechte von Fischen schafft. Diese Entscheidung folgt dem bekannten Fall des Orang-Utans Sandra, der den Status von Tieren im Land veränderte 🦧🇦🇷."
date: 2026-08-02T05:26:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/argentinisches-gericht-erklaert-goldfische-zu-wesen-mit-rechten
tags: [argentina, buenos-aires, animal-rights, jaulas-vacias, sandra-orangutan]
publisher: "XAB.info"
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# Fede und Magui: Wie zwei Goldfische in Argentinien den Status von Wesen mit Rechten erhielten und einen Prozess gegen ein Restaurant gewannen

![Zwei Goldfische, Fede und Magui, Helden des Rechtsfalls in Argentinien über Tierrechte](https://xab.info/media/2026/08/02/sud-argentina-priznal-zolotye-rybki-razumnymi-shestvami/sud-argentina-priznal-zolotye-rybki-razumnymi-shestvami-1.webp)

In Buenos Aires ereignete sich ein Vorfall, der einen Wendepunkt in der Geschichte des Tierschutzes darstellen könnte. Ein argentinisches Gericht traf eine Präzedenzentscheidung bezüglich zweier Goldfische namens Fede und Magui. Das Gericht erkannte sie nicht nur als Eigentum des Besitzers an, sondern als vernunftbegabte Wesen mit eigenen juristischen Rechten.

Der Vorfall begann mit einer Überprüfung der Haltungsbedingungen der Fische in einem der Sushi-Restaurants der Hauptstadt. Fede und Magui lebten in einem kleinen 40-Liter-Aquarium, das direkt in der Schaufensterauslage des Geschäfts installiert war. Experten und Tierschützer wiesen darauf hin, dass die offene Aufstellung des Beckens die Fische direkter Sonneneinstrahlung und Straßenlärm aussetzte, was für sie unzumutbare Lebensbedingungen schuf.

### Rechtlicher Schutz und Umzug

Die argentinische Menschenrechtsorganisation „Jaulas Vacías“ („Leere Käfige“) reichte Klage ein. Die Anwälte der Organisation, insbesondere Matías Trufero, bereiteten eine Begründung vor, die bewies, dass die Haltung der Fische unter solchen Bedingungen gegen das argentinische Gesetz gegen Tierquälerei verstößt.

Das Gericht reagierte schnell auf die Beschwerde. Die Fische wurden aus dem engen Schaufenster in ein geräumiges 2500-Liter-Aquarium umgesiedelt. Die Vormundschaft über die Tiere übernahm der Spezialist Carlos José Agha, der persönlich den neuen Lebensraum für Fede und Magui einrichtete. Laut dem Experten verbesserte sich der Zustand der Fische nach der Umsiedlung erheblich.

Agha führte eine interessante Analogie an, um die Bedeutung der Kontrolle des Lebensraums zu erklären: „Fische sind wie Astronauten: Sie reisen in ihrer eigenen Umgebung mit sorgfältiger Kontrolle aller ihrer lebenswichtigen Parameter“.

### Neuer Status: Von Eigentum zu Persönlichkeit

Hauptergebnis des Falls war nicht nur die Verbesserung der Haltungsbedingungen, sondern auch die Änderung des rechtlichen Status der Tiere. Fede und Magui wurden offiziell als Rechtssubjekte anerkannt. Das bedeutet, dass sie nicht mehr ausschließlich als Sache oder Eigentum betrachtet werden. Bei zukünftigen Fällen von Tierquälerei können sie nun als Opfer anerkannt werden und nicht nur als Objekte einer Straftat.

Matías Trufero betonte, dass diese Entscheidung einen wichtigen Präzedenzfall für den Schutz anderer Fische schafft, die unter unangemessenen Bedingungen gehalten werden. Gleichzeitig präzisierte der Anwalt, dass die Haltung von Goldfischen in Aquarien an sich nicht illegal ist. Als Gesetzesverstoß gelten nur Fälle, in denen das Tier aufgrund von Platzmangel, Nahrungsmangel oder anderen kritischen Faktoren leidet.

### Präzedenzfälle in Argentinien

Der Fall von Fede und Magui ist kein isolierter Vorfall in der argentinischen Rechtsprechung. Bereits zuvor hatten Gerichte des Landes Rechte von Tieren anerkannt, wobei der bekannteste Fall der des Orang-Utans Sandra war.

Mehr als 20 Jahre lang lebte Sandra im Zoo von Buenos Aires. Im Jahr 2014 erkannte ein Gericht sie als „nicht-menschliche Person“ an, woraufhin das Tier in ein spezialisiertes Reservat in den USA verlegt wurde. Eine Folge dieses Verfahrens war auch, dass der Zoo von Buenos Aires 2016 in einen Öko-Park umgewandelt wurde und viele seiner Bewohner in Naturschutzzentren verlegt wurden.

Die heutige Gerichtsentscheidung im Fall der Fische bestätigt, dass sich der Ansatz zur rechtlichen Schutz von Tieren in Argentinien verändert: Sie werden zunehmend als Persönlichkeiten betrachtet, deren Rechte auf ein würdevolles Leben staatlichen Schutzes bedürfen.