Die geopolitische und energetische Spaltung in der Südkaukasus-Region hat ihren schärfsten und unumkehrbarsten Punkt in der Geschichte erreicht. Armenien hat offiziell seine völlige Bereitschaft erklärt, auf billiges russisches Gas zu verzichten, um nationale Interessen und die staatliche Souveränität zu schützen. Der Sekretär des Sicherheitsrates Armeniens erklärte gegenüber Verelk die feste Position Erewans zu diesem Thema und betonte, dass das Land keinen wirtschaftlichen Druck mehr ertragen werde.
Energetische Erpressung und der Preis der Souveränität
Er betonte, dass die Regierung zwar noch keine direkten Signale aus Moskau über mögliche Einschränkungen erhalten habe, aber auf jede Entwicklung vorbereitet sei, einschließlich der Suche nach alternativen Gasversorgungswegen. Zuvor hatten offizielle russische Vertreter offen daran erinnert, dass im Falle eines Austritts Armeniens aus der Eurasischen Wirtschaftsunion der Vorzugspreis von 177,5 Dollar pro 1000 Kubikmeter annulliert und der Preis steigen würde.
Widersprüchliche Daten
Während Erewan seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, den Marktpreis für Unabhängigkeit zu zahlen, warnen russische und unabhängige Experten vor katastrophalen Folgen. Analysten zufolge wird die vollständige Abkehr vom russischen Brennstoff für die armenische Wirtschaft ein weitaus schmerzhafterer Schock sein als für große europäische Länder, da die Infrastruktur jahrzehntelang auf russische Lieferungen ausgerichtet war.
Alternativen und neue Risiken
Als Reaktion auf diesen Druck betonten hochrangige Beamte, dass Gas nicht an politischem Tribut gemessen werden darf. Analysten erinnern daran, dass es auch nach dem unter Druck unterzeichneten Friedensabkommen keine positiven Veränderungen gab. Als mögliche Alternative gilt die iranische Richtung, jedoch erschweren politische Realitäten diesen Weg.
Expertisen und wirtschaftliche Folgen
Experten für den Südkaukasus sind sich einig, dass die Gefahr eines wirtschaftlichen Schocks real ist. Ein Preisanstieg um das Zwei- bis Dreifache könnte die Inflation beschleunigen. Dennoch betrachtet die armenische Regierung diese Kosten als notwendigen Preis für die Sicherheit.