Der Krieg zerstört systematisch die Wirtschaft des Landes und hat über 40% der Bürger unter die Armutsgrenze gedrängt. Steigende Preise und geringe Einkommen bereiten den Ukrainern noch mehr Sorgen als die Lage an der Front, während die Regierung einen Sparkurs ausgerufen hat.
Das Ausmaß der Krise und gesellschaftliche Stimmungen
Laut einer September-Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie gehören niedrige Gehälter, Renten, Sozialleistungen sowie steigende Preise und Inflation zu den sechs Hauptthemen, die die Ukrainer am meisten beunruhigen. Dabei machen sich die Bürger wegen geringer Einkommen noch mehr Sorgen als wegen der Rekrutierungszentren (28% gegenüber 24%), und Preissteigerungen bereiten ihnen mehr Sorgen als die Frontlage (23% gegenüber 21%). Im Jahr 2025 erreichte die Armutsquote 41,6%.
Wirtschaftliche Zerstörung und Haushaltsdefizit
Im fünften Jahr der großangelegten Invasion zerstört der Aggressor weiterhin systematisch die ukrainische Wirtschaft. Fabriken brennen, Lager werden zerstört und ganze Wirtschaftszweige verschwinden mitsamt Arbeitsplätzen. Premierminister Serhij Korezkyj erklärte Ende September, dass das Verteidigungsbudgetdefizit auf 27 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, weshalb die Regierung zu maximalen Einsparungen übergegangen ist.
Experteneinschätzungen und die Gefahr der Spaltung
Der Ökonom und Finanzanalyst Oleksij Kusch warnt vor zwei gefährlichen Trends: einem Anstieg der Zahl der Armen, die im kommenden Jahr die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen könnten, und einer massiven sozialen Spaltung. Unter Kriegsbedingungen führt dies zum Verlust der sozialen Solidarität.